Nur, wer nichts macht, macht nichts falsch
Ich finde es immer wieder spannend, wie in Blogs Social-Media-Kampagnen auseinandergenommen, PR-Desaster definiert und am Ende Lehren gezogen werden. Und dennoch: Ich habe immer ein schlechtes Gefühl dabei.
Sehen wir der Wahrheit doch mal in die Augen: Als Kommunikator macht man – wie in jedem anderen Beruf – andauernd schlimmere oder weniger schlimme Fehler. Ich bin sicher, dass ich in meinen sechs Jahren PR schon so einige Journalistenanfragen schlecht beantwortet habe. Ich bin mir sicher, dass ich zahlreiche Mails überlesen habe. Ich habe auch schon Dinge empfohlen, obwohl sich im Nachhinein eine andere Idee als bessere entpuppt hat. Und ich weiß: Ich werde irgendwann ein riesiges PR-Desaster erleben. Ich sperre Youtube-Channels, mahne Blogger ab oder mache noch viel schlimmeres. Warum? Nun: Nur wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Ich aber möchte PR-MACHER und nicht PR-VERHINDERER sein. Ich möchte Pressearbeit und nicht Presseverhinderungsarbeit machen. [Wobei: Auch dieser Satz könnte mir irgendwann zum Verhängnis werden, denn natürlich werde auch ich nicht allen alles erzählen.]
Das Verrückte an dieser Welt ist ja: Wir wissen nicht, was in der nächsten Minute passiert. Und von den 1 Mio. Facetten, die eine Sache hat, werden wir nie alle berücksichtigen – bzw. im Zweifel sogar die Falsche. [Ich empfehle dazu die Literatur von “Der schwarze Schwan”, in dem beschrieben wird, dass wir uns ständig auf irgendwelche unwahrscheinlichen Ereignisse vorbereiten, die eh nie eintreten – wohingegen irgendwas anderes passiert, mit dem wir nie gerechnet hätten].
Wie also nun umgehen mit diesen Beispielen? Ich finde, man kann sich die ganzen Beispiele gerne anschauen. Aus Entertainment. Weil man – wenn man das lustig findet – über andere lachen kann. Aber bitte bitte bitte: Keine allzu detaillierten Konsequenzen daraus ziehen. Und immer schön im Kopf behalten: Nur, wer nichts macht, macht nichts falsch. Oder eben alles.
