Können Unternehmen aus Social Media aussteigen?
[Dieser Post liegt schon etwas auf Halde, daher sind die Links alt - aber nicht weniger spannend]
In der vergangenen Woche wurde wieder viel über Social Media Berater diskutiert. Die einen schreiben Listen von "typischen Fehlern beim Einstieg in Social Media" - was einer gewissen Komik nicht entbehrt, wenn man selbst 254 Tweets geschrieben hat und sich darunter nur eine einzige @-reply findet - und die anderen schreiben auf, warum man z. B. genau diese Listenschreiber feuern sollte.
Doch so viele Inhalte in diesen Beiträgen auch diskutiert werden: Eine Aussage steht meinem Gefühl nach mehr oder weniger als Common Sense im Raum: Wenn man einmal mit Social Media anfange, dürfe man nicht wieder aussteigen. Weil man die Community verprelle und augenblicklich einen Shitstorm ernte. So zumindest bekomme ich das vielfach von Besuchern von Social-Media-Seminaren gesagt.
Meine Frage: Warum eigentlich? Warum sollte ich als Unternehmen nicht sagen: "Ich hab hier 6 Monate getwittert, aber dabei meine relevanten Zielgruppen nicht erreichen können. Tschüss!" oder "Mein Youtube Channel kostet mich XY Manntage pro Woche, die kann ich besser anders investieren!". Und auch: "Ja, ich habe Blogger zu Journalistenevents eingeladen, es hat mir aber keinen Mehrwert gebracht." Warum soll das nicht funktionieren wie bei jedem anderen Kommunikationsbestandteil auch? Ich meine: Klar, es könnte Menschen geben, die das nicht gut finden. Aber das wäre beim Aufhören mit der Pressearbeit genauso. Und auch das Einstellen der Mediawerbung bleibt nicht ohne Konsequenzen - sofern die Werbung vorab nicht wirkungslos war. Letztendlich muss sich jedoch jede Kommunikation an ihrem Beitrag zur Wertschöpfung messen lassen (dass ich diese Lange'sche Formulierung mal in meinen aktiven Wortschatz aufnehme, hätte ich auch nicht gedacht). Oder? Ich bin gespannt auf Eure Meinungen! Kennt Ihr Beispiele für Aussteiger-Unternehmen und Reaktionen darauf?
