Donnerstag, 30. Juli 2009

Posterous: Kein "next big thing"

Im Moment geht wieder ein neuer heißester Scheiß durch die Blogosphäre. Name: Posterous. Zweck: Man kann bei allen Diensten alles mit einem Abwasch und ganz einfach posten. Ich hoffe und tippe, dass er sich nicht durchsetzt.

Ich muss sagen, dass ich manchmal schon verwundert darüber bin, was in der Blogosphäre hochgelobt wird. So heißt es z.B. von jedem mehr oder wenigen talentierten Social Media Profi und Journalisten, dass die Zeiten der Kommunikation per Gießkanne vorbei sind. Und dann? Dann werden genau von diesen Leuten die Inhalte von Twitter automatisch bei Facebook und im Blog gepostet, Blog-Posts werden automatisch bei Twitter und Facebook verlinkt. Die delicious-Bookmarks werden auch noch verbloggt, -twittert und facebookt. Und jetzt soll ich per posterous alle Plattformen bereits zu Beginn gleichzeitig vollspammen, auf dass ja niemand einen meiner wichtigen Gedanken verpassen könnte.

Für mich ist das alles sehr fragwürdig: Meine Facebook-Kontakte sind größtenteils anders mit mir verbundene Menschen als meine Twitter-Follower. Und die Leser meines Blogs überschneiden sich auch nur zum Teil mit den anderen beiden Gruppen. Jetzt könnte ich sagen: Genau deshalb mache ich das ja. Leute, die mir nur auf einer Plattform folgen, bekommen dennoch alle Infos. Meine Logik ist aber eine andere: Die Leute, die bei Facebook mit mir befreundet sind, haben dafür andere Gründe als meine Twitter-Follower usw. Und all denen die gleichen Infos zu schicken, wäre so unhöflich wie Massenmails an Journalisten - eben Spam. Man sollte sich daher sehr genau überlegen, welche Infos man wo importiert.

Aus diesem Grund wünsche ich mir, dass Posterous keine Massenanwendung wird. Es gibt aber auch einen, aus dem ich das prognostiziere: Mit Posterous kann ich Blog, Twitter, Facebook & Co verbinden. Aber wie viele User wollen das überhaupt? Schon heute kann ich bei blogger.com per E-Mail posten. Ich kann das danach auch automatisch bei Facebook & Twitter einstellen lassen. Aber wer nutzt das? Zum Bloggen fehlen doch eher die Inhalte als dass es technisch zu kompliziert wäre. Und die Verbindung von Twitter und Facebook ist echt einfacher zu organisieren als per Posterous. Die Zielgruppe für Dienste wie Posterous ist klein - je nerdiger die Dienste werden, desto weniger Leute werden es nutzen. Wenn die Gründer davon leben können, finde ich das gut. Aber den großen Durchbruch in der Breite sehe ich nicht. So, und jetzt ab in die Schublade damit - zu Tweetdeck, Friendfeed, identi.ca und blip.fm.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Vodafone: Auf einem guten Weg

Heute morgen hat Vodafone eine Pressekonferenz zum Markenrelaunch ins Web übertragen. Ich habe das ganze teilweise verfolgt und möchte meine ersten Eindrücke wiedergeben.

Technisch und optisch gefiel mir das alles sehr gut. Auch, wenn ich beim Versuch, den Stream zu Embedden gescheitert bin, muss man sagen: Der Stream lief flüssig, das Kommentieren funktionierte gut und schön anzusehen war die Seite auch.

Thematisch und dramturgisch handelte es sich allerdings um eine Pressekonferenz für die Marketing-Fachpresse. Das Thema eignete sich eigentlich nicht, um damit an das Web 2.0-Geekpublikum zu gehen. Denn die finden jede Menge Gründe für kluge Kommentare (wie diesen hier). Besser wäre evtl. eine Podiumsdiskussion zur (Vodafone-Wording) "Generation Upload" zu führen. Keine Produktwerbung, sondern anregender Dialog.

Insgesamt daher ein gemischtes Fazit. Vodafone zeigt sich als Marke, die im Social Media Bereich viel versucht, aber (insbesondere inhaltlich) noch nicht alles perfekt macht. Wenn das Unternehmen das nicht kaschiert, sondern sich auf einen offenen Dialog einlässt, kann das eine sehr erfolgreiche Aktion gewesen sein.


Disclosure: Ich bin schon für Konkurrenten von Vodafone tätig gewesen.

Dienstag, 7. Juli 2009

Fonic Surfstick: Getestet und für gut befunden

Ich muss sagen, ich war bisher nicht so unbedingt "into" mobiles Internet Surfen. Das hat zum einen mit meinem Handy zu tun. Mein K750i eignet sich dafür nur sehr begrenzt - obwohl Opera Mini echt das beste aus ihm rausholt. Zum anderen aber auch daran, dass ich für "richtiges" mobiles Surfen (mit dem Notebook und so) zu wenig unterwegs bin - weshalb es mir schwerfallen wird, Sachar bei seinem neuen Blog zu unterstützen.

Spannend fand ich da schon immer den Fonic Surfstick, über den ich zum ersten Mal beim "alten" Basic Thinking las. Weil 2,50 für mobiles Surfen pro Tag ein fairer Deal sind. Seit einigen Wochen nun nehme ich an einem trnd-Projekt zum Surfstick teil. Und vergangene Woche hatte ich aus unvorhergesehenem (und nicht sehr positivem Anlass) Grund ihn ausführlich zu testen.

Mein Fazit: Der Surfstick funktioniert blendend. Die Installation läuft problemlos, die Einwahl und das Surfen funktionieren fix. Und insgesamt alles super. Nur einen Verbesserungsvorschlag hätte ich: Aktuell kostet der Stick 80,- Euro und man kann für 2,50 Euro pro Tag surfen. Als Wenigsurfer finde ich diese 80 Euro relativ teuer. Wie wäre es, wenn man andere Verhältnisse wählen könnte (40 Euro und 3 Euro pro Tag) oder einfach für die ersten 80 Surftage einen Euro draufzahlt? Dann wäre die Anfangsinvestition wesentlich schmerzloser.

Disclosure: Mir als trnd-Projektteilnehmer wurden der Stick und einige Surftage geschenkt.