Wieso ich Twitter gerade nicht so mag
Vor etwas mehr als einem Jahr hab ich in einem Blogeintrag beschrieben, wieso ich Twitter so toll finde. Und lange Zeit waren es genau diese Gründe, die mich Twitter begeistert nutzen ließen. Doch mittlerweile ist das nicht mehr so. Sicher, ich bin immernoch häufig auf Twitter. Aber eigentlich nur noch, um mich zu zerstreuen und nicht mehr, weil mich dieses Tool fasziniert. Warum das so ist? Ich versuche mich an einer Begründung.
Ein PR-Kollege hat mir letztens mal gesagt, dass Online-Medien immer dann kaputt gehen, wenn PRler und Berater massenhaft in sie einfallen. Ich finde ja, dass man es sich mit so einer Aussage reichlich einfach macht. Aber trotzdem ist etwas wahres dran – vor allem in Bezug auf Twitter. Die Auto-Direct-Message für neue Follower, das Danken für Retweets, die Empfehlungstweets für Tweetranking – meines Erachtens sind das typische “Freundlichkeiten” von PRlern. Nun ist gegen Freundlichkeit ja nichts einzuwenden. Aber in meiner Timeline senken diese Null-Inhalt-Tweets die Relevanz. Für mich ist das schlichtweg Spam.
Das allein ist natürlich kein Grund, Twitter weniger zu nutzen. Aber irgendwie schließe ich von der oben beschrieben Twitterspamereien einiger Vor-allem-PRler auf eine Geisteshaltung. Und die behagt mir nicht. Denn noch vor einiger Zeit war Twitter für mich ein Tool, mit dem ich Menschen kennenlerne, Wissen gebe und nehme und mich informiere. Das hat sich aber nun geändert – es geht diesen “Kommunikationsprofis” für mich zu sehr um Reputation. Und “zu sehr” vor allem deshalb, weil ich nicht Followervieh sein möchte. Ich nutze Twitter um zu kommunizieren und nicht um berühmt zu werden. Und ich möchte Twitter gemeinsam mit Leuten nutzen, die das genauso sehen.
Jetzt könnte man ja sagen: Wenn Dir das Getwittere eines Users nicht passt, unfollowe ihn doch einfach. Könnte ich ja auch machen. So wie bereits heute bei den ganzen “Nur-noch-5-Follower-bis-1.000”s und “Heute-wieder-viel-gearbeitet-aber-tolles-Ergebnis-für-den-Kunden-erzielt”s. Das geht aber in diesem Fall nicht. Denn ich nutze (und nutzte) Twitter ja insbesondere, um mit Leuten aus der Kommunikationsbranche zu kommunizieren. Weil mich der Austausch zu Themen der Branche gereizt hat. Wenn ich denen nun allerdings ausgerechnet denen entfollowe, dann kann ich das Twittern auch gleich lassen. Das wiederum will ich aber auch irgendwie nicht.
Soweit zu meinem Unbehagen bzgl. Twitter. Wie’s aussieht, werde ich wohl weiterhin immer weniger auf Twitter gehen und abwarten, wie es sich entwickelt. Irgendwann werde ich’s dann ganz bleiben lassen. Oder eben wieder einsteigen, weil sich die Twitter-Kultur oder meine Meinung verändert haben.
Es sei denn, jemand von Euch hat eine andere Idee, was ich tun könnte. Also?
