Donnerstag, 7. Mai 2009

Twittern: Brian Solis liegt falsch (m. E.)

Leider konnte ich nicht auf der Next09 sein. Das Feedback lässt mich darüber noch trauriger sein als ich es ohnehin war. Aber wie dem auch sei. Bemerkenswert fand ich die - von mir per Blogs vernommenen - Äußerungen von Brian Solis:

So zitiert ihn FAZ Netzökonom Holger Schmidt:

"Ich muss nicht wissen, was Du am Abend gegessen hast. Ich muss auch nicht wissen, wann Du am Abend ins Bett gegangen ist", kritisierte Brian Solis, Mr. PR 2.0, die geballte Ansammlung an Belanglosigkeiten, die Twitter überfluten. Er erinnerte die Netzwerker daran, dass alle Einträge öffentlich sind und auch später wieder gefunden werden. "At the end of the day: We are what we share", sagte Solis.

Ich habe eine andere Sicht auf Twitter. Wer nur Informationen oder Links erhalten will, der kann ja digg, Wikipedia oder delicious nutzen. Für Twitter aber sind gerade die angeblichen Belanglosigkeiten essentiell. Denn die angeblichen Informationen sind dort häufig leicht als Ego-Branding erkennbar und damit eher zum Gähnen: "Haben heute tolles PR-Konzept abgeliefert." "habe gebloggt: next09 und die Folgen" "3 Twitter Regeln: 1. zuhören 2. nicht spammen 3. schönes Profilbild suchen".

Gerade die von Solis geteilte Sichtweise "We are what we share" ist dafür verantwortlich, dass bei Twitter nach den Gepflogenheiten der PR-Kommunikation gesprochen wird - kontrolliert und langweilig. Angebliche Kommunikationsprofis reden darüber, dass Unternehmen authentisch sein müssen - aber sie selbst twittern nur, um Kontakte zu machen und und irgendwann ein Plätzchen auf einem Podium zu ergattern. Mich langweilt das. Und ich glaube auch, dass so Twitter nicht zur Massenanwendung werden kann. Deshalb freue ich mich über jeden, der auf unterhaltsame Art und Weise Belanglosigkeiten aufschreibt - und empfehle allen, die meine Sichtweise verstehen möchten, das followen von @sachark @frolleinb @nico und @inschka (und vieler anderer meiner Followings).

blog comments powered by Disqus