Freitag, 8. Mai 2009

SZ Magazin, PRlen und Fehler

Ich muss gestehen: Ich habe erst einen Artikel aus der neuen Ausgabe des SZ Magazins gelesen. Das Thema des Magazins lautet "Wozu Zeitung?" - darauf hatte ich schon nach lesen des einen Artikels eine Antwort. Denn die "10 Gründe, warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren" von US-"Blogger" (Grund für die "" s. unten) Felix Salmon sind so lieblos hingerotzt, dass man merkt: Solche Typen können wirklich keine Alternative zu "klassischen" Journalisten sein.

Wie dem auch sei: Viel spannender als das SZ-Magazin selbst finde ich einen Blogeintrag von Björn Sievers dazu bei den prlen. Eigentlich führt Sievers in diesem Blog - gemeinsam mit PRler Jan Manz - ein Zwiegespräch in Hauser-Kienzle-Manier. Thema: Die Beziehung von PR und Journalismus - dazwischenreden (und kommentieren) passt irgendwie nicht ins Format. Dennoch stand da eine spannende Frage, auf die ich eine Antwort versuchen möchte. Sievers spricht darüber, dass einige Fehler im Magazin entdeckt wurden und fragt sich, ob Manz die Diskussionen um das Heft aus PR-Sicht dennoch positiv findet - nach dem Motto "Auch schlechte PR ist gute PR". Zitat:

"Was ist mit den Inhalten? Werden die - aus PR-Sicht - zur Nebensache? Hauptsache, das Magazin ist im Gespräch? Oder schmerzt auch Ihr Herz, lieber Manz, wenn Sie lesen, dass die Rezensenten Niggemeier und Meier gleich mehrere Fehler im Druckwerk (und damit auch im Internet) finden? Aus Journalistensicht, die ich hier ja vertrete, ist das jedenfalls: doof."

Zwei Dimensionen spielen m. E. bei der Beantwortung eine Rolle - die Zielerreichung und der Umgang mit Fehlern. Der Grad der Zielerreichung ist vom Ziel abhängig, das die SZ mit dem Heft verfolgt hat. Nehmen wir an, man wollte neue Leser für das SZ-Magazin (und damit für die SZ) gewinnen. Dann ist die einzig entscheidende Frage: Steigt die Auflage durch dieses Heft nachhaltig oder sinkt sie. In ersteren Fall wäre die Maßnahme ein Erfolg, in letzterem nicht. Nehmen wir aber an, das Ziel sei gewesen, die SZ auch unter den Meinungsbildnern im Web als DIE Qualitätszeitung zu etablieren, war die Aktion bislang eher kein Erfolg. Denn wer - wie Stefan Niggemeier am oben erwähnten Artikel zu Blogs bemängelt - einen Blogger falsch vorstellt, ein anscheinend so-gut-wie-eingestelltes Online-Magazin als einen der erfolgreichsten "Blogs" der USA bezeichnet und dann das Geschwafel dieses Typen (Deutsche fahren gern in Urlaub und arbeiten nur gegen Geld - und sind deshalb schlechte Blogger) abdruckt, der zeigt, dass Qualität sooo wichtig nicht sein kann.

Bzgl. des Umgangs mit Fehlern, ist die Entscheidung - gut oder schlecht - noch nicht gefallen. Meine Meinung: Jeder, der Social Media Relations macht, weiß, dass in den Fehlern der SZ auch eine Chance steckt: Wenn man, wie es im Web 2.0 gewünscht ist, die Fehler annimmt damit umgeht - nicht abwiegelnd, aber auch nicht im Büßerhemd. Im konkreten Fall hieße das, auf der Webseite der SZ korrigieren und bei Niggemeier entsprechend kommentieren. So könnte aus dem Imageproblem sogar eine Chance werden. Schließlich gilt die SZ bislang nicht als Medium, das Socia Media versteht - hier könnte sie das Gegenteil unter Beweis stellen. Und selbst aus Journalistensicht müsste man anerkennen: Gar nicht doof.

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