Müssen Journalisten Journalisten kritisieren?
Warm ans Herz legen möchte ich allen Lesern dieses Blogs "Zehn zornige Thesen zur Zukunft der Zeitung" von Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer. Ich teile nicht alle, aber wichtig finde ich, dass Ziesemer in die Offensive geht. Denn das ist wichtig für jeden Menschen, jedes Unternehmen in der kommunikativen Krise - und in einer solchen steckt die klassische Zeitung auf jeden Fall. Man darf sich nicht in dauerhafte Büßerstellung drängen lassen. Denn solange man aus dieser nicht herauskommt, wird die Krise auch nicht zu Ende gehen. Man muss in die Offensive.
Soweit so gut. Doch da ist noch ein Satz in diesen Thesen, der mir ein mulmiges Gefühl macht. Finde nur ich es erschreckend, wenn Ziesemer schreibt: "Normalerweise war es ein ungeschriebenes Gesetz, dass wir uns in den Medien nicht gegenseitig kritisieren"? Ich meine: Sind solche ungeschriebenen Gesetze legitim? Dürfen die Medien eine ganze Branche aus ihrer Kritik ausnehmen - selbst, wenn es ihre eigene ist? Ich muss nachdenken. Bis dahin freue ich mich über Meinungen.
