Auch der Werbekunde hat immer Recht
Die Weisheit "Der Kunde hat immer Recht" ist mindestens so alt wie "Die Wahrheit liegt auf dem Platz". Dennoch ist sie korrekt und beschreibt einen wichtigen Sachverhalt im Marketing: Es ist der Kunde, der über den Erfolg oder Misserfolg eines Produktes entscheidet. Und so wenig uns dessen Entscheidungen manchmal in den Kram passen, so sehr müssen wir sie doch akzeptieren.
Kurios ist, dass man gerade uns Social Media Profis ab und an mal an diese Floskel erinnern muss. Tragen doch gerade wir das Mantra vor uns her: Man muss auf den Kunden hören. Wenn es aber um uns selbst und Social Media-Angebote geht, dann sehen wir die Sache anders. Neuestes Beispiel: Im eThority (s. Kommentar) ethority-Weblog ist zu lesen "Gehemmte Marketer blockieren Facebooks Erfolg". Für mich ein dramatischer Denkfehler. Denn die Marketer sind die (für den Geschäftserfolg) entscheidenden Kunden von Facebook. Und wenn die Kunden das Produkt nicht in ausreichendem Maße kaufen, dann ist das Produkt schlecht - und nicht der Kunde blöd.
Facebook muss sein Produkt an den Bedürfnissen der Marketer ausrichten. Damit muss nicht gemeint sein, dass man die Plattform mit Werbung zupflastert. Schließlich ist das Netzwerk erst durch die vielen User für Werbetreibende interessant - und die hat es nur, weil es nicht überfüllt von Werbung ist. Aber: Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen, Eltern die Schuld an der Pleite eine Schokoriegel-Herstellers zu geben, weil die dessen fettige Produkte nicht mehr kaufen - obwohl sie den Kindern doch soooo gut schmecken. Wie der Schokoriegel-Hersteller ein Produkt braucht, dass Kindern und Eltern gefällt, muss auch Facebook ein Produkt entwickeln, das Marketern und Usern schmeckt.
So gern ich auch selbst Facebook für Kunden einsetze. So sehr ich den Dialog schätze und so wichtig ich ihn für die Markenkommunikation finde. Wenn es keine ausreichend zahlungsbereiten Kunden gibt, dann ist Facebook seiner Zeit voraus oder meine Ansichten von Kommunikation sind nicht mehrheitsfähig oder oder oder. Jedenfalls muss Facebook dann gehen. Und es wird ein anderes Netzwerk mit einem besseren Produkt kommen. Mit einem Produkt, das seine Kunden findet und von der Zahlungsbereitschaft seiner Kunden leben kann. Das ist Marktwirtschaft.
