Wird Facebook das neue Twitter?
Schon spannend, was da gerade passiert. Noch gestern hätte ich mir nicht vorstellen können, Facebook mit Twitter zu vergleichen. Doch heute wurde das Design bei Facebook umgeschaltet. Und das neue ist nicht nur sehr übersichtlich, sondern auch ziemlich twitter. Das finde ich optisch sehr schön. Aber es wirft einige Fragen auf.
Was bei Facebook kaum jemand macht, ist bei Twitter üblich: Öffentliche Updates. Soll ich also nun meine Seite zum Teil oder komplett freischalten? Und wenn ja, was ist dann z.B. mit Partyfotos (auf die ich dort seit jeher verzichte). Auf Twitter bekommt man nur Wortfetzen von mir - das ist auch öffentlich kein Problem. Aber Fotos, Videos und und und - ich weiß nicht.
Facebook war - zumindest für mich - schon immer nicht eindeutig privat (wie Lokalisten oder StudiVZ) oder geschäftlich (wie LinkedIN oder Xing). Allerdings war man dort bis vor einigen Monaten durch die geringen Nutzerzahlen ziemlich "unter sich". Das ändert sich nun. Was bedeutet das für die Kommunikation? In Facebook wachsen private und geschäftliche Identität zusammen. Oder wie Mercedes Bunz beim Trendforum der Telekom auf der CeBIT gesagt hat: Online werden wir aus einer Vielheit (beruflicher Christian, Kegelclub-Christian, Familien-Christian) zu einer Einheit. Müssen wir als private Gespräche zukünftig wieder in die Offline-Welt verlagern? Oder werden wir zukünftig auch offline zu einer Einheit. Und wird die steife Trennung zwischen privater und geschäftlicher Kommunikation auch offline bald der Vergangenheit angehören?
Eine letzte spannende Frage: Ziehen die anderen Social Networks nach? Werden die bald alle von ihnen kleine Twitters? Und würde dieser Wandel nicht noch mehr Nutzer zur Entscheidung für einen Dienst zwingen? Fünf Profile kann ich schließlich pflegen. Aber fünf Twitter-Streams? Das wird anstrengend. Klar, man kann schon jetzt seinen Twitterstream in Facebook und anderswohin portieren (geht das eigentlich auch umgekehrt?). Aber Facebook-User wundern sich doch sehr über die @s und #n in den Statusmeldungen. Und wirklich kommunizieren kann man mit den meisten dieser Statusmeldungen-Porteure auch nur auf einer Plattform.
Es wird also spannend. Hast Du weitere Fragen? Oder vielleicht sogar Antworten auf meine? Dann nur raus damit!
