Am Donnerstag war ich bei den PR Report Awards und nachdem ich schon fleißig darüber getwittert habe, folgt hier die Gesamtbilanz. Ich muss sagen, dass ich im Vorfeld sehr gespannt war. Schließlich waren wir nominiert und ich zuvor noch nie bei einer Gala. Mein Fazit ist gemischt - nicht nur, weil wir nicht gewonnen haben.
Sehr schön war es im Interconti in Berlin. Feierlich geschmückt, alle toll angezogen und das Essen - ein Traum. Zu treffen schienen sich drei Typen von Menschen: Agenturen mit ihren Kunden, Agenturen mit ihren Mitarbeitern und Leute wie wir, die nominiert waren, aber eher in kleinem Kreis angereist sind. Eine Mischung aus Geschäfts-Socialising-Essen mit Kunden, Weihnachtsessen mit dem Team sowie einer Ansammlung von Leuten, denen es in erster Linie um den Award ging.
Ein bisschen schade war, dass wir zu spät gekommen sind - zumindest für den Sektempfang. Das Essen danach war aber ausgezeichnet. Alle drei Gänge perfekt. Selbst der Lachs, den ich normalerweise eher meide - super. Die Hauptspeise sowieso - leider bin ich kulinarisch nicht allzu bewandert, sodass ich nicht sagen kann, was das orangene Beilagen-Püree war. Das war aber so lecker, dass ich mich hätte reinlegen können. Schmeckte wie Kartoffel-Möhren-Püree, habe ich mir eingebildet. Perfekt.
Eher mittelmäßig fand ich dann allerdings die Verleihung selbst. Das liegt nicht nur an Gastgeberin Sonya Kraus, deren Witze - sagen wir mal - mäßig unterhaltsam sind. Wichtigster Grund war wohl die Dramaturgie der Veranstaltung. In der Kürze sollte anscheinend die Würze liegen: Der Sponsor jeder Kategorie durfte zwar zur Verleihung "seines Awards" auf die Bühne, aber nichts sagen. Und die Awardbegründung wurde zwar vorgelesen, das dazugehörige Projekt wurde aber nicht beschrieben. Folge: Die Preisverleihung wurde dadurch zwar kürzer, aber nicht kurz. Und da man nicht wusste, was im Rahmen des Gewinnerprojektes gemacht wurde, war sie sehr zäh.
Diese Zähigkeit und der nicht gewonnene Award sorgten dann auch dafür, dass wir nach dem anstrengenden Tag statt der Aftershow-Party lieber in "normalen" Klamotten in eine Bar gegangen sind. (Ja, ich bin ein schlechter Verlierer - auch, wenn ich das Verlieren als 1. FC Köln-Fan eigentlich gelernt haben müsste). Alles in allem aber eine interessante Veranstaltung. Und mittlerweile bin ich auch eher stolz, nominiert gewesen zu sein, als traurig, nicht gewonnen zu haben. Schließlich bin ich zwar genauso alt wie der PR-Student des Jahres (sorry, da habe ich beim Twittern etwas falsch verstanden), aber schon vier Jahre im Business - das ist ein typischer Spruch von jemandem, der nicht verlieren kann - oder? Und ich habe noch genügend Zeit, massenhaft PR Report Awards zu gewinnen.
Hier noch ein paar Punkte, an denen man arbeiten könnte:
1. Awards vorziehen. Ich hätte vor der Preisverleihung kein Galadinner veranstaltet. Im Prinzip bin ich mir nichtmal sicher, ob das Dinner überhaupt erforderlich gewesen wäre. Aber auf jeden Fall würde ich die Reihenfolge 1. Sektempfang 2. Verleihung 3. Galadinner/Party sehen.
2. Mehr Bewegtbild. Die Vorstellung der Nominierten und die Bekanntgabe der Gewinner hätte ich über Einspieler gelöst, wie bei den MTV Video Music Awards und anderen Preisen - das finde ich wesentlich anschaulicher und unterhaltsamer ohne zusätzlich Zeit zu kosten.
3. Einlesemöglichkeit: Zur Vorbereitung auf die Awards hätte ich alle nominierten Projekte im Web ausführlich beschrieben - für alle, die interessiert daran sind.
4. Ausstellung. Zusätzlich zur Einlesemöglichkeit im Internet hätte man im Foyer eine Ausstellung aller nominierten Projekte machen können - eine gute Ergänzung zum Sektempfang, wie ich finde.
Ach, ein Tipp noch an Besucher solcher Galas:
Ich habe den Eindruck, dass Twittern per Handy dort nicht als besonders höflich wahrgenommen wird:-))) Also offen kommunizieren, was man da macht - wenn man es macht...