Opel Insignia: Brillantes Storytelling zum Marktstart
Heute ist ein großer Tag für Opel. Denn genau ab heute steht der neue Insignia bei den Händlern. Eine schwierige kommunikative Situation - ohne Zweifel. Allerdings - wie ich meine - eine, in der Opel äußerst geschickt agiert.
Aber beginnen wir mal von vorne: Der Mutterkonzern General Motors ist in einer finanziell extrem schwierigen Situation. 25 Milliarden Euro Finanzspritze möchten die "Großen Drei" der US-Autoindustrie (GM, Ford und Chrysler) von der US-Regierung an Subventionen haben. Ansonsten hätten sie keine Chance zu überleben. Der Grund wird vor allem im Versagen des Managements gesehen. Man hätte, so die gängige Meinung, früher beginnen sollen, kleinere und Benzin sparendere Autos zu bauen.
Meine Meinung: Wenn man sich mal genau anschaut, was GM modellpolitisch gemacht haben, so war das nur unwesentlich anders als das, was z.B. Toyota macht - große Sprittfresser in den USA und kleinere Autos (Opel, Daewoo/Chevrolet) in Europa verkaufen. Besser noch: Unter der Marke Saturn hat General Motors sehrwohl in Amerika begonnen, auch kleinere Autos zu verkaufen. Nur die Amerikaner kauften halt bis vor kurzem lieber große Autos. Bis die Spritspeise in die Höhe schnellten. Folge: Die US-Amerikaner fahren weniger Auto, da sie sich das Benzin für ihre Riesenautos nicht mehr leisten können. Und natürlich kaufen sie diese Autos auch nicht mehr. Eine verfehlte Modellpolitik ja, so vorhersehbar war das aber nicht. Aber wie gesagt, das ist meine persönliche Meinung.
Zurück zu Opel in Deutschland. Opel hat sich sehr geschickt vom US-Konzern abgekoppelt - geschickter als z.B. Ford, von denen man in der Krise noch gar nichts gehört hat. Opel hat vor GM eine Bürgschaft vom Deutschen Staat gefordert, zum Erhalt der deutschen Arbeitsplätze. Und dabei brillantes Storytelling betrieben. Die Geschichte: Opel ist der gute, gesunde und umweltschonenende Teil von General Motors. Beweise für das gut geführte Unternehmen waren das gute Abschneiden beim Autobild Qualitätsreport und eben der Insignia - der bereits vor Erscheinen zum Auto des Jahres gekührt wurde. Ein Preis, der übrigens nicht für das beste, sondern für das WICHTIGSTE Auto des Jahres vergeben wird. Und genau auf diese Wichtigkeit hebt auch Opel ab: Uns (Opel) soll es ohne eigenes verschulden an den Kragen gehen. Und Ihr, liebe Konsumenten, müsst nichts machen, außer das Auto des Jahres vom zuverlässigsten Hersteller Deutschlands kaufen, um dagegen etwas zu tun.
Eine brillante Geschichte, wie ich finde. Und in Kombination mit einem schönen Spot sowie der restlichen Kommunikation, die hier bereits Thema war, eine tolle Einführungskampagne. Bleibt nur zu hoffen, dass sie damit erfolgreich sind. Ich wünsche gutes Gelingen.
