Mittwoch, 29. Oktober 2008

Schluss jetzt mit Kleinkrieg!

Ich hab's versprochen und ich bin fest entschlossen es zu halten: Hier im Blog geht es ab jetzt um Positives. Gut, dass ich PRler bin und so alles ins Positive, zumindest ins ermutigende, drehen kann.

Martin Oetting hat gerade einen Brief geschrieben "an manche Werbekreativen in Deutschland" und verkündet, dass viele Köpfe rollen werden bei denjenigen Werbern, " die meinen, dass der Werbeprozess mit dem Nachdenken im abgeriegelten Kämmerlein zu tun hat". Er regt sich darüber auf, dass Blogger & Co von Werbern nicht ernstgenommen würden und macht dies an den Begriffen "Army of Davids" und "Loser Generated Content", mit dem Werber das Web 2.0-Zeug abtäten.

Ich muss sagen: Ich habe diese Diskussion schon häufiger erlebt, aber kann ihr immernoch nicht ganz folgen. Wer ist der böse? Wessen Kopf rollt? Und: Wieso kapieren so viele Leute nicht, dass es beides braucht. Klassische Werbung UND Social Media-Whatever? Ziel und Zielgruppe bestimmen den Kanal - da können wir so viel diskutieren wie wir wollen.

Die Praxis zeigt jeden Tag, dass Werbung wirkt. Gute gut-beworbene Produkte verkaufen sich besser. Ob mich persönlich der Spot nervt oder nicht. Was zählt ist im Supermarkt. Niemals könnte man aktuell so viele Menschen über Blogs erreichen wie es über TV-Spots geht. Aber klar, mit Blogs erreicht man unter Umständen die richtigen. Die Frage ist: Wen brauche ich, um meine Ziele zu erreichen. Und davon hängt ab, welchen Kanal ich wähle.

Und ich muss sagen: Diese Werber, die sich in Kämmerchen einschließen, kenne ich auch nicht. Bzw. ist es ab und zu auch ganz gut, sich mal in ein Kämmerlein einzuschließen in dem ganzen Wusel einer Agentur. Aber irgendwann muss ich - genau wie meine Kollegen Kreative - auch mal an die frische Luft. Zu Menschen. Und dann muss die Plakat-Idee zeigen, ob sie trägt. Und sie tritt in Wettbewerb zu den schönen Social Media-Ideen, die ich oder andere Kollegen mitbringen. Und dann schaut man, mit welchem Mix - das ist nämlich das entscheidende - man am Ende die beste Wirkung erreicht.

Btw: Vielleicht spielen auch häufig ganz andere Argumente eine Rolle als die schlichte Erreichung der Zielgruppe. Vielleicht will ein Unternehmen kein Web 2.0, weil der Vertreter des Unternehmens dem Rewe-Einkäufer zwar erklären kann, wie die Reichweite einer TV-Kampagne ist, aber nicht, was Twitter ist. Das müsste er ihm aber erklären können, um die Listung zu bekommen - weil der Rewe-Mann wissen will, welche Maßnahmen geplant sind, um das Produkt erfolgreich zu machen. Vielleicht, mag man jetzt einwenden, verzichtet der Unternehmer dann auf gaaaanz wichtige Zielgruppen. Mag ja sein - aber es ist sein Geld, seine Entscheidung und seine Verantwortung.

In jedem Fall habe ich keine Lust mehr auf Kleinkriege. Stecken wir die Energie in bessere Ideen. Egal, ob auf 18/1 oder Facebook. Hauptsache wir erreichen unser Ziel: Erfolgreiche Kommunikation.

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