Sonntag, 13. Januar 2008

derwesten: Borchert kommuniziert vorbildlich

Ich muss gestehen, dass ich mich bisher nicht sonderlich mit derwesten.de auseinandergesetzt habe. Zwar komme ich aus NRW, aber der Lokalteil meiner Heimat ist bei den Konkurrenten von westline - ein Nachrichtenangebot, das zu lesen wirklich überhaupt keinen Spaß macht.

Gestern habe ich jedenfalls bei Turi2 ein Interview mit Katharina Borchert, der Chefin von derwesten.de, gelesen. Sie war zumindest mit der Besucherzahl gar nicht zufrieden. Also habe ich mir mal die News aus Siegen angeschaut, wo ich studiert habe. Und ich muss sagen: Die News sind nicht besser als bei anderen Lokalredaktionen - wie auch, sie kommen ja aus derselben. Aber die Möglichkeiten: Videos kann man nicht nur sehen, sondern auch downloaden. Man kann ohne Registrierung kommentieren und Trackbacks setzen. Also eigentlich gar nicht so schlecht für ein Nachrichtenportal.

Wie dem auch sei: Viel interessanter als dieser Text hier ist, was sich beim Pottblog abgespielt hat. Jens Matheuszik hat versucht, Gründe für die Besuchersituation aufzuzeigen. Bemerkenswert ist der Kommentarteil unter diesem Artikel: Zunächst äußert sich - Chapeau - Katharina Borchert. Und dann kommt irgendwann ein anonymer User namens querschuss ins Spiel, der es in seiner Reihe von Kommentaren vor allem darauf abgesehen hat, Borchert persönlich zu diskreditieren. (Ich tippe mal auf einen aktuellen oder ehemaligen Mitarbeiter.) Doch Borchert antwortet sachlich und geduldig.

Interessant zu sehen, mit was man sich bei offener Kommunikation alles rumzuschlagen hat. Aber: Jeder, der die Diskussion verfolgt, sieht, wie schlecht die Argumente von querschuss sind. Wenn man davon ausgeht, dass querschuss auch im "wahren Leben" gegen Borchert Stimmung gemacht hätte, ist die Diskussion im Blog wesentlich besser. Querschuss und kein anderer frustrierter Mitarbeiter kann mehr sagen, "die da oben" interessierten sich nicht für sie.

So kommuniziert man in Blogs.

Großer Wehrmutstropfen: Dass Borchert sich - in welchem Kontext auch immer - vor dem Start von derwesten.de als Trümmerfrau der WAZ-Internetbemühungen bezeichnet hat, ist ein absolutes No-Go. Das kann man einfach nicht machen - gegenüber all den Mitarbeitern, die das Portal vorher betreut haben. Eine Entschuldigung wäre mehr als sinnvoll.

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