Sonntag, 30. Dezember 2007

Chip.de schindet mit Gaga-Infos Klicks

Seit Jahren lese ich bei Chip.de. Denn ich habe das Gefühl, dort gut informiert zu werden über News aus dem Computer- und Handybereich. Allerdings nervt mich schon lange, wie oft man auf der Seite klicken muss, um zum Ziel zu kommen. Der Grund ist den meisten sicherlich bekannt, falls nicht: Die Zahl der angeklickten Seiten innerhalb eines Angebots wie Chip.de (Page Impressions) bestimmt die Kosten für die Werbetreibenden. Deshalb versuchen zahlreiche Online-Angebote, den User dazu zu bringen, möglichst viele Seiten aufzurufen - egal, ob das einen inhaltlichen Sinn hat.

Welche Blüten das treibt, habe ich vor einigen Tagen bei Chip.de gesehen: Eine Bildergalerie zum Windows xp Service Pack 3 endet nach sage und schreibe 13 Bildern mit folgendem Screenshot

und dem dazugehörigen Kommentar:"Die Installation gelang nur mit einer englischen Version von Windows XP. Auf einem deutschen Betriebssystem spuckte das Setup diese Fehlermeldung aus."

Wer sehen will, welche tollen Infos die 12 vorherigen Bilder bieten, kann sich hier selbst ein Bild machen...

Sonntag, 23. Dezember 2007

Der Papst, google und ich

Einen elektrischen Fußwärmer - wer hätte gedacht, dass der Papst seinem Bruder so etwas profanes zu Weihnachten schenkt. Gelesen habe ich das in der gestrigen Ausgabe des Focus. Da steht auch drin, dass google keinen Roboter plant, obwohl die Japaner von Toyota zuversichtlich sind, dass sie in wenigen Jahren mit Robotern Geld verdienen können. Und dann gibt's da noch einen Bericht über Adelholzener, den meine Kollegen und ich betreut haben - auf Seite 128. Insofern eine rundum empfehlenswerte Weihnachtslektüre. Sehr kurzweilig.

Ich wünsche frohe Weihnachten!

Samstag, 22. Dezember 2007

Liest O2 mit?

Mancher beschwert sich ja im Moment über Blogmonitoring. Ich sehe das anders. Denn so hat man die Chance über Firmen zu meckern und die lesen das dann wenigstens.

Beispiel: O2. Bei denen war ich sechs Jahre lang Kunde. Und von besonders gutem Kundenservice konnte man schon während dieser Zeit nicht sprechen. Im Moment spielt sich aber ein echtes Trauerspiel ab. Denn wenn ein treuer Kunde nach sechs Jahren geht, sollte man wenigstens so nett sein, die Rufnummernmitnahme nicht zu sabotieren - schließlich besteht die Hoffnung, dass er irgendwann zurückkommt. O2 versucht aber anscheinend, die Angelegenheit auszusitzen. Erst sagen sie dem neuen Anbieter (Simyo), dass sie nicht portieren können. Und jetzt bearbeiten sie den Antrag einfach nicht - auf dass die Frist zur Mitnahme ungenutzt verstreiche. Zugegeben, es könnte auch sein, dass Simyo Fehler macht und nur die Schuld auf O2 schiebt. Aber was sollten die davon haben, einen potentiellen Neukunden zu vergraulen?

So, und jetzt bin ich gespannt, ob ich bald einen O2ler in meinen Logs habe... Und wenn Ihr schon kommt, dann antwortet bitte wenigstens.

Montag, 17. Dezember 2007

Internet - Nein, danke!

Es ist erstaunlich. Alle sprechen vom Internet, doch niemand will rein. Diese Erfahrung mache ich zumindest immer mehr mit PR-Kunden. Denn obwohl sich alle einig sind, dass die mediale Zukunft im Web stattfindet, ist Print in zumindest meinem Umfeld immer noch das Entscheidende. Ein Internet Clipping ist nicht halbsoviel wert wie eines im verwandten Printmedium - das gilt von der FAZ bis zur Freundin, vom Horizont bis zur Bäckerblume (gibt's die überhaupt im Web).

Woran liegt das, habe ich mich gefragt und bin zu den beiden folgenden Antworten gekommen:

- Qualität. Keines der großen Medien schafft es, die Qualität aus der Printausgabe online zu erreichen. Dabei böten sich doch so viele Chancen, z.B. ein Unternehmensportrait mit Material anzureichern. Stattdessen sieht man sieht man auf den meisten Seiten nur aktuelles von der dpa oder PR-Material.
- Anmutung. Viele redaktionelle sehen weit schlechter aus als ihre Printkollegen. Schade, dass selbst Webseiten wie die der Zeit so austauschbar aussehen. Das sieht nach Masse aus, aber nicht nach Klasse.Hauptsache das cms ist einfach zu bedienen. Wer braucht schon einen Art Director?

Eigentlich sind diese Punkte doch nicht unlösbar, oder? Und neu sind sie schon gar nicht. Wieso schafft es anscheinend niemand, diese in Ergebnisse umzumünzen.

Was meint Ihr? Gibt es vielleicht doch Medienwebseiten, die ans Printoriginal heranzureichen und ich hab's nur noch nicht gesehen?

Sonntag, 16. Dezember 2007

Hummer der Woche

Peinlich. Sarah Wagenknecht, ihres Zeichens Europa-Abgeordnete der Linken, hat sich laut Bild.de erst beim Hummer-Essen fotografieren lassen, damit ihre Assistentin einen Tag später dem Fotografen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen die Kamera entlocken und die Bilder löschen musste.

Ob Frau Wagenknecht sich bewusst ist, dass sie damit genau das macht, was ihre Partei den "Bonzen" vorwirft: Wasser predigen, Wein trinken? Gut für die Genossen, dass sie Wagenknecht schon vor Jahren auf's Abstellgleis Brüssel geschoben haben.

Völker, hört die Signale.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Journalisten-Prügeln leicht gemacht

In den vergangenen Wochen wurde immer wieder zurecht auf Journalisten eingeprügelt, die sich ohne Sachkenntnis über Blogger geäußert haben. Für Blogger, die sich daran beteiligen möchten, bietet Ausschnitt Medienbeobachtung nun einen tollen Service: Auf www.dieSchnipseljagd.de stellen die Medienbeobachter Beiträge zusammen, in denen sich klassische Medien zu Web 2.0-Themen äußern. Das macht das Mosern erheblich einfacher:-)))

Auf sie mit Gebrüll!

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Über Bloggen meckern macht Spaß

Wer meinen letzten Post gelesen hat, wird es gesehen haben: Mich plagt der Blogblues. Nicht nur, dass ich in letzter Zeit nur selten Lust hatte zu schreiben, auch der Sinn von Blogs für Unternehmen erschien mir fraglich.

Das ist nun zum Teil wieder anders - oder zumindest habe ich privat den Spaß am Medienformat Weblog wieder gefunden. Und nach vielen Meinungen, die Blogs eher skeptisch gegenüber stehen, habe ich endlich auch mal wieder was von Blogfans gelesen.

Nun kann ich mir wieder optimistischer Gedanken darüber machen, wie es mit diesem Medium weitergeht und wie man als PRler guten Gewissens damit Geld verdienen kann. Zu einer wirklich zufriedenstellenden Antwort bin ich noch nicht gekommen.

Ich halte Euch auf dem Laufenden. Bis dahin danke ich Euch für Euren Input.

Montag, 10. Dezember 2007

Sind Blogger für Unternehmen relevant?

Ich mache mir in den letzten Wochen immer wieder Gedanken über eine Frage: Müssen sich Unternehmen mit Bloggern beschäftigen? Oder sollen sie sie links liegen lassen?

Wenn man bei einschlägigen Fachblogs liest, würde man schnell meinen: Klar, wir haben die Chance, unsere Kunden kennenzulernen. Das müssen wir nutzen. Aber wenn man dort liest, wird auch schnell klar, warum sie das sagen: Sie leben davon. Dabei bleiben Fragen offen: Wer soll das bezahlen? Und warum?

Nehmen wir doch mal an, wir stellen Schokoriegel her. Was bringt es uns da, Blogger Karl zu erklären, warum der Riegel so viel Zucker enthält. Erkundigt sich jemand vor dem Kauf eines Schokoriegels im Internet? Und selbst für einen Hersteller von Autos, vor dem Autokauf schaut man schon eher ins Netz: Muss ich mich auf jeden Wichtigtuer antworten? Und sind Blogger nicht eine viel zu kleine Zielgruppe als dass ich Geld in einen Dialog mit ihnen stecken muss?

Ich glaube, als Unternehmen sollte man sich sehr gut überlegen, wie viel Geld man in Blogger Relations investiert. Monitoring sollte natürlich drin sein. Aber einmischen sollte man sich nur dann, wenn man ein Produkt hat, über das sich Kunden im Internet informieren. Und einmischen sollte man sich dann auch nur in den Blogs, die bei Google unter den Top-Ergebnissen zu meinem Thema zählen. Denn ganz ehrlich: Die Chance, dass es eine Diskussion über ein Produkt aus der Blogosphäre in die klassischen Medien schafft, ist gleich Null. Es gibt dafür, soweit ich weiß, in Deutschland kein Beispiel. Und Blogger als Konsumenten-Zielgruppe für ein Produkt abseits des IT-Branche lohnen sich nur für sehr kleine Unternehmen - wie MyMuesli oder die Saftkelterei Walther.

Was meint Ihr?

Sonntag, 9. Dezember 2007

Kein Grund für Celebrations

Inspiriert von Olaf Kolbrück möchte auch ich mal auf einen Promi zu sprechen kommen, der sich durch Werbung Sympathien verspielt: Hape Kerkeling. Es will mir nicht in den Kopf, wie man mit Hape Kerkeling so einen Spot machen kann. Und wenn ich den Spot so sehe, glaube ich eher an einen Druckfehler, wenn ich lese, die "Celebrations"-Zielgruppe sei zwischen 20 und 50 Jahre alt. Denn der Spot lässt als Zielgruppe eher die 20 plus 50jährigen vermuten...

Hier ist das Schmuckstück:


P.S.: Übrigens kann man sich als Blogger Sympathien durch Werbung verspielen. Sorry, Sachar. Katja Kessler geht gar nicht (nachträglich eingefügt:) *grins*.

Samstag, 8. Dezember 2007

Bremer, die nichts gegen Hamburger haben

Jetzt nutze ich mal die gefühlten fünf Stunden, die die Sportschau braucht, um zur Sache zu kommen (wieso schalte ich eigentlich immernoch um 18 Uhr ein, obwohl ich doch weiß, dass es ohnehin erst um 18.30 Uhr losgeht?), um Euch einen Blog vorzustellen: Den Bremer Sprachblog.

Dorthin möchte ich vor allem diejenigen unter Euch verweisen, die meinen, wer Bastian Sick liest, erweitere sein Wissen. Oder diejenigen, die sich als Sprachschützer bezeichnen und von Anglizismen und vom Denglischen sprechen.

Ihr solltet wissen: Eigentlich dürftet Ihr nicht hier sein - schließlich ist nicht nur die Sprache eine schützenswerte kulturelle Errungenschaft, sondern auch eine Menge anderer Dinge. Beispiele: Mit Eurer Computernutzung zerstört Ihr die gute alte Schreibmaschine. Und den Bleisatz. Und ihr solltet auch aus Eurem Haus ausziehen. Schließlich gerät die Millionen-Jahre-alte menschliche Tradition, nämlich auf den Bäumen zu wohnen, durch den Bau von Häusern völlig in Vergessenheit.

Meine Gedanken sind abwegig? Dann schaut Euch doch mal Eure an! Sprache ist ein Werkzeug, das sich weiterentwickelt - wie die Schreibmaschine. Sie wird sich immer entwickeln - abhängig von neuen Technologien, die neue Wörter mitbringen; oder auch durch internationale Vernetzung; oder durch viele andere Faktoren.

Als ersten Schritt auf den Weg der Erkenntnis, könnt Ihr hier nachlesen, wieso "'Sinn machen' kein Vorbote der sprachlichen Apokalypse ist" (Zitat der verlinkten Seite).

Und ich schau jetzt Sportschau und rege mich wieder ab...

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Schwachsinn: Deutschlands 1. Weihnachts-Podcast

Dass selbst so mancher Podcast Profi nicht verstanden hat, was ein Podcast ist, zeigt mir diese E-Mail. Unglaublich, womit Leute hoffen, Geld zu verdienen...

----- Originalnachricht -----
Von: XXX
An: Boelling, Christian
Gesendet: Sun Dec 02 17:21:29 2007
Betreff: Deutschlands 1. Weihnachts-Podcast für Ihre Webseite

Stimmung auf der Webseite: Weihnachtsgrüße für die Ohren
Von 0 Euro bis viel Euro - den Preis bestimmt allein der Kunde


Sehr geehrter Bölling,

im Sommer hatte ein Kollege von mir ein sehr nettes Telefonat zum Thema Podcast mit Ihnen. Ich glaube, wir haben wieder etwas interessantes für Sie:

Viele Webseiten von Unternehmen enthalten im Dezember Weihnachtsgrüße als Text. Diese Standardvariante finden die meisten Kunden mittlerweile ziemlich langweilig.

Jetzt gibt es Weihnachtsgrüße erstmals auch als Podcast. So kommen Kundengleich in die richtige Advents- und Weihnachtsstimmung. Den Preis bestimmt, auch das ist Web 2.0, allein der Kunde: von 0 Euro bis viel Euro.

Den Weihnachts-Podcast können wir Ihnen gerne zusenden, so dass Sie ihn in Ihre eigene Unternehmenswebseite einbinden können. Er enthält ein kurzes Musikstück und die professionell gesprochenen Weihnachtsgrüße. Einfach den Betrag in das Formular eintragen und abschicken.

Hier können Sie sich den Weihnachts-Podcast gleich mal anhören: http://www.podcast-manufaktur.de/weihnachtsgruesse.htm

Rufen Sie mich bei einer Frage gerne an. Ich helfe Ihnen gleich weiter.

Viele Grüße sendet Ihnen

XXX

Dienstag, 4. Dezember 2007

CDU: Ich glaub, es geht schon wieder los

Sehe gerade im heute Journal, dass die CDU jetzt den Begriff "Leitkultur" im Parteiprogramm stehen hat. Bin mal gespannt, ob jetzt wieder eine sinnlose Wortklauberdiskussionen losgeht. Und ob die CDU/CSU bald wieder anfängt, mit dem Begriff der Leitkultur Wahlkampf gegen Ausländer zu machen - wie immer, wenn ihr nichts mehr einfällt.