Freitag, 31. August 2007

Kondolenz: Blogscout.de mit Trauerflor

Tja, was soll ich sagen. Dirk Olbertz hat Blogscout.de geschlossen. Das ist sehr schade, aber er hat seine Gründe.

Jedenfalls möchte ich Dir - auch, wenn wir uns nicht persönlich kennen - danken für die tolle Arbeit, die Du ehrenamtlich geleistet hast. Und als Ausdruck meiner Dankbarkeit möchte ich Dir einen dauerhaften Platz in meinem Blog widmen. Ich schmeiße den Blogscout-Icon also nicht raus, sondern ersetze ihn durch diesen hier:
Danke für alles. Solltest Du mal irgendeine Hilfestellung brauchen, melde Dich gerne.

Donnerstag, 30. August 2007

Hinter den PR-Kulissen: Freigabe von Interviews

Meine Erfahrung im Bereich internationale PR hält sich in Grenzen. Ich arbeite zwar für meine Kunden auch in Österreich und der Schweiz. Heute morgen hatte ich gerade eine Journalistenanfrage aus Südtirol und ich habe auch schon britischen Kollegen erklärt, mit welchen Fallstricken wir es bei bestimmten Produkten unseres Kunden in Deutschland zu tun hatten. Aber harte Unternehmenskommunikation auf internationaler Ebene konnte ich bisher noch nicht leisten.

Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass ich nur vom Hörensagen weiß, dass es die in Deutschland üblichen Freigabeprozeduren im Ausland nicht gibt. In Deutschland vereinbart man (vereinbare ich) im Vorfeld von Interviews, um welche Themen es geht (damit der Kunde sich vorbereiten kann). Und nach dem Interview erhält man mindestens die wörtlichen Zitate zur Freigabe - am liebsten auch noch alle sinngemäßen Zitierungen und Daten und Fakten, die man im Interview genannt hat.

Diese Praxis halte ich auch für sinnvoll - so lange man als PRler sinnvoll damit geht: Man sollte nur das allernötigste ändern; etwa, wenn eine Geschäftszahl falsch zitiert wurde. Journalisten hingegen kritisieren diese Praxis häufig, weil manche Kollegen anscheinend dazu neigen, die Zitate so zu entstellen, dass man das Gespräch gar nicht hätte führen müssen.

Weshalb ich diese Freigabepraxis dennoch gut finde, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der Bild. Bei der Bild erhält man zwar bei einem Wortlaut-Interview (so meine Erfahrung) den Text zur Freigabe - die Überschrift bekommt man aber, trotz Zitat, nicht zu sehen. Und so passiert, was passieren muss. Aus einem Satz, der im Interview noch völlig harmlos klingt - zum Vertrag mit dem DFB sagt Adidas Chef Herbert Hainer:

"Das steigert unsere Umsätze, unseren Börsenkurs und hilft dabei, unsere mehr als 3000 Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern."

wird in der Überschrift ein "Zitat", das für Diskussionsstoff sorgt:

Adidas-Boss: DFB-Vertrag sichert 3000 Arbeitsplätze.

Mittwoch, 29. August 2007

AOK mit Wellnessgetränkemädchenrechnung

Das Sommerloch ist eine Zeit gemischter Gefühle. Zumindest für uns PRler. Einerseits kommen in dieser Zeit viele Skandale hoch, die gar keine sind und die wir dann ausbügeln dürfen. Andererseits schafft es auch so manche einfach gestrickte PR-Botschaft in die redaktionellen Teile vermeintlich seriöser Publikationen. Letzteres ist vor einigen Tagen den AOK-PR-Leuten geglückt.

2,5 Gramm Kohlenhydrate = 1 Stück Würfelzucker

Denn die haben es mit einer ziemlich zweifelhaften Rechnung zu einiger Resonanz gebracht. Um für ihr Mitgliedermagazin Vigo zu werben, haben sie den Kohlenhydrate-Gehalt von Wellness-Getränken durch 2,5 Gramm geteilt und kommen so auf die Anzahl der Stücke Würfelzucker, die das jeweilige Getränk enthält. Kristall- und Fruchtzucker werden dabei gleichgesetzt. Das Ergebnis wurde dann in einer Pressemitteilung veröffentlicht.

Apfelschorle: Mehr Zuckerstückchen als Wellness-Getränke?

Dass diese Darstellung - gelinde gesagt - verkürzt ist, erkennt man, wenn man sich anschaut, dass nach dieser Rechnung Apfelsaft genauso schädlich wäre wie Cola. Die AOK hat über derartige Fragen aber überhaupt nicht nachgedacht. Der Beweis: Sie empfiehlt als Alternative neben ungesüßten Tees und (Mineral-)Wasser auch Apfelschorle gemischt im Verhältnis 1:3 Saft:Wasser. Diese enthält aber nach Rechnungsmethode der AOK 14,5 Stücke Würfelzucker. Also mehr als viele Wellness-Getränke, die ja häufig auch keinen Kristallzucker, sondern Fruchtzucker enthalten.

Aktuelle Stunde: Nicht hinterfragt

Was meiner Meinung nach das schlimmste an der Geschichte ist: Die "Aktuelle Stunde" im WDR hat das ganze zwar verfilmt und gesendet - hinterfragt hat man aber anscheinend nicht. Und es komme jetzt bitte niemand damit, dass die PRler den Journalisten getäuscht haben. Ein bisschen Hinterfragen darf man ja wohl von der "vierten Gewalt" erwarten. Oder, um es in Anlehnung an Bild und Bildblog zu sagen: Jede Zeitungsente braucht einen Dummen, der sie abdruckt.

Disclaimer: Ich arbeite für ein Unternehmen, dass solche "Wellness-Getränke" herstellt.

Donnerstag, 23. August 2007

Ich protestiere!

Wogegen?
Dagegen, dass meine Rundfunkgebühren dazu missbraucht werden, Abmahnaktionen zu starten gegen Leute, deren Wortwahl den Gebühreneinziehern nicht gefällt.

Wie?
So: GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht, GEZ-Gebühren, GEZ für PC zahlen, GEZ-frei, GEZ-Gebührenpflicht.

gefunden bei Basic Thinking.

Plagiat: Todesstern Stuttgart

Mit Gruß an Spießer Alfons.
Diese virale Idee:

habe ich doch irgendwo schonmal gesehen:

Es handelt sich um die Geschichte "Sinnlos im Weltraum" von 1994. Der Dialekt ist übrigens Siegerländer Platt.

Dienstag, 21. August 2007

Kommentieren statt selber schreiben

Hier ist heute Pause, weil ich statt hier zu schreiben beim Werbeblogger diskutiert habe. Wen's interessiert: Hier geht's lang.

Montag, 20. August 2007

Neu: Frosta zum Essen

Bisher wusste ich von Frosta nur, dass die einen interessanten Blog herstellen. Dass die auch Essen machen, kann ja niemand ahnen. Scherz (wenn auch ein schlechter). Jedenfalls habe ich heute zum ersten Mal was von denen gegessen. Und ich muss sagen: Lecker.

Hier mein heutiges Abendessen:
Foto habe ich von der Frosta-Webseite geklaut. Das muss bei so viel Werbung ja wohl erlaubt sein:-)

Samstag, 18. August 2007

Radiotipp: Tobit.FM

Die Audio- und audiovisuellen Medienangebote aus meiner Heimat waren bisher nicht wirklich dolle. Das könnte sich nun ändern: Mit tobit.fm schickt der Softwarehersteller und Eventveranstalter Tobit einen eigenen Radiokanal online. Das Konzept: Radio je nach Tagesstimmung. Beim ersten Reinhören hat's Spaß gemacht.

Donnerstag, 16. August 2007

Hinter den PR-Kulissen: Flaskamp und das Bundesministerium für Wirtschaft

Gestern las ich bei Herrn Knüwer von der Geschichte rund um Flaskamp und das Bundesministerium für Wirtschaft. Die Agentur hatte Anzeigenschaltung mit der Forderung nach redaktioneller Berichterstattung verbunden. Seitdem finden sich so einige Reaktionen:
- Knüwer sieht darin einen Machtmissbrauch seitens der PR gegenüber den kriselnden Medien
- Andere halten es für verwerflich und für die Folge von Erfolgsgarantien
- Der PR-Verband DPRG plustert sich auf und droht mit Rüge
- Und wieder andere stellen die Verantwortung der Medien gegen die der PRler.

Ich sehe die Sache wesentlich einfacher. Hier in Bayern sagt man "Wer zahlt, schafft an." (hochdeutsch übersetzt: "Wer zahlt, bestimmt"). PR-Agenturen sind Dienstleister an ihren Kunden. Und sie werden alles tun, was in dessen Sinne ist. Jetzt mag man sagen: Leserbetrug ist auch nicht im Sinne des werbetreibenden Unternehmens; das unterschreibe ich. Aber letztendlich gilt: Was der Kunde will, das bekommt er. Wenn die eine PR-Agentur es nicht macht, wird die andere es machen. Wer das leugnet, lebt in einer Traumwelt.

Für die Trennung von Werbung und redaktioneller Berichterstattung sind nicht Werbetreibende und PRler zuständig, sondern die Medien. Die allerdings verspielen im Moment jede Menge Vertrauen. Sie gaukeln ihren Leser vor, dass sie sich allein ihnen verpflichtet fühlen - versuchen aber gleichzeitig bei den Unternehmen Geld einzusammeln. Genauso, wie PR redaktionelle Berichterstattung an Anzeigen koppelt, machen das auch die Medien: Nur, wer Anzeigen schaltet, wird erwähnt.

Man wird dieses Problem nicht lösen, solange man den Lesern keinen reinen Wein einschenkt: Es gibt zwei unvereinbare Businessmodelle von Medien - die einen leben von ihren Lesern, die anderen von den Werbekunden. Und beide werden sich hüten, in die Hand zu beißen, die sie füttert.

Oh, das wäre doch ein toller Beitrag für meine Serie "Hinter den PR-Kulissen".

Mittwoch, 15. August 2007

eBay brät Viral-Wurst

"Was soll das denn?" frage ich Euch eBay-Marketer, falls Ihr das hier lest. Allen anderen zeige ich kommentarlos dieses Beispiel dafür, dass nicht alles, was schlecht produziert und bei Videoportalen eingestellt ist, auch lustig sein muss (Oh, das war ja doch ein Kommentar).

Link: sevenload.com
gefunden bei off the record.

Samstag, 11. August 2007

Sommerloch-Thema: Blogger-Schelte

"Laannnngweilig!" würde vielleicht Homer Simpson sagen, wenn er das lesen würde. Immer, wenn ein Internet-Journalist kein Thema hat (und aktuell ist ja Sommerloch), betreibt er Blogger-Schelte. Ist ja auch toll, schneller kann der eigene Name nicht in der Blogosphäre bekannt werden. Heute lautet die Überschrift "Online-Visionäre: Abgebloggt" und stammt von Johannes Boie; zu bestaunen auf sueddeutsche.de und in der Süddeutschen Zeitung.

Und da ich heute, im Vergleich zu meistens, recht schnell im Auffinden des Artikels war, obliegt mir auch die Aufgabe, ihn zu kommentieren. Dann mal los!

Boie kritisiert wie viele die Belanglosigkeit der Inhalte von Weblogs:

"Eine junge Frau ruft bei ihrem Friseur an und fragt, ob die Räume des Haarschneiders mit W-LAN ausgestattet seien. Die Friseurin am anderen Ende der Leitung ist überfordert. Nein, sagt sie, wir verwenden Schwarzkopf, kein W-LAN. Finden Sie weder interessant noch lustig? Deutschlands bekanntestem Mainstream-Weblog, Spreeblick, war diese Anekdote einer Berliner Bloggerin eine Verlinkung an prominenter Stelle wert."

Zuerst einmal: Ja, ich finde es lustig. Und die "Verlinkung an promininter Stelle" ist ganz oben - da wo jeder neue Blogeintrag landet. Übrigens finde ich es auch relevant - schließlich kennen sicherlich 50 Prozent der Internetsurfer W-Lan. Und da ist es doch lustig, dass ein Frisör denkt, es handle sich dabei um ein Shampoo. Mindestens genauso lustig und relevant wie die Schwimmkurse des chinesischen Militärs.

Nach einige fragwürdigen Aussagen (es gebe in Deutschland 100.000 Blogs, von denen 100 wichtig seien - woher kommt diese Zahl?) erklärt Boie, was er für das Problem der deutschen Blogosphäre hält:

"Und doch ist Vergrößerung das erklärtes Ziel der deutschen Blog-Szene: Man will eine Alternative zu den etablierten Medien werden."

Da stelle ich doch gleich mal die Frage: Erklärtes Ziel von wem? Von mir jedenfalls nicht. Boie lässt die Antwort offen. Nicht offen lässt er aber, wie er sich die Blogosphäre der Zukunft vorstellt:

"Deutsche Leser wollen spezialisierte Angebote zu ihren Lieblingsthemen anstatt eines weiteren Versuches, klassische Zeitungen zu imitieren."

Woher weiß er das schon wieder? Vielleicht ist ja eher der Wunsch Vater des Gedanken. Dann gäb es keine Konkurrenz für das eigene Angebot - es sei denn sueddeutsche.de soll nun zu einem Special Interest Portal für Zwillinge werden.

Das Ende bildet ein Zitat von Kommunikationswissenschaftler Jan Schmidt:

"Die Öffentlichkeit von Weblogs bestünde in ihrer technischen Zugänglichkeit für jedermann. Keinesfalls aber besteht sie in ihrer gesellschaftlichen Relevanz."

Laut Wikipedia ist eine Öffentlichkeit "[...] die Gesamtheit der möglicherweise an einem Ereignis oder Geschehen teilnehmenden Personen ohne jede Begrenzung in der Anzahl oder sonstige Einschränkungen [...]." Eine Öffentlichkeit ist also eine Gruppe von Menschen. Und das ist doch die Blogosphäre ohne Zweifel, oder?

Für mich hat Boie nicht im geringsten verstanden, worum es in der Blogosphäre geht: Der Leser ist heute nicht mehr auf ein umfassendes Nachrichtenangebot wie sueddeutsche.de angewiesen.
Er hat die Möglichkeit, sich im Feedreader sein eigenes Nachrichtenportal zusammenzustellen: Zu den Infos, die ich mir von klassischen Nachrichtenwebseiten hole, hole ich mir Meinungen aus Weblogs.

Dabei wird sich auch sueddeutsche.de damit abfinden müssen, dass Zeitungen nie wieder ein Interpretationsmonopol haben werden - weil mittlerweile jeder öffentlich sagen/schreiben kann, was er will. Und weil die Platzierung bei google bestimmt, was die meistgelesene Meinung zu einem Thema ist.

Dass diese neue Informationsnutzung zum Standard wird, dazu braucht es wohl noch einige Zeit - vielleicht auch einfach zu bedienende Anwendungen, den iPod unter den Feedreadern. Aber es wird kommen, da bin ich mir ganz sicher. Und wenn nicht, ist's mir auch egal. Mir gefällt's in der Blogosphäre - das ist doch die Hauptsache.

Freitag, 10. August 2007

Grundloses Zwischenfazit

Ich habe gerade bei Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach sein Zwischenfazit nach einem Jahr Edelman gelesen. Und irgendwie hatte ich Lust auch mal eines zu schreiben - nein, nicht über drei Jahre PR, sondern über fast fünf Monate in der Blogosphäre.

Zusammenfassung
Insgesamt muss ich sagen, dass ich nach meiner Magisterarbeit nie wieder so viel neue Erkenntniss gewonnen habe. Es macht Spaß hier bei Euch. Und ich lerne viel dazu. Ich brauche - meiner Meinung nach - immernoch viel zu viel Zeit, um einen Post zu schreiben. Und die Qualität der Einträge ist m.E. auch noch verbesserungswürdig. Aber ich habe gelernt, mich in Blog-Diskussionen einzumischen. Und mir gibt es unheimlich viel, mich in Blogs (vornehmlich in anderen, hier ist ja diskussionsmäßig noch nicht so viel los) zu bewegen.

Fehler
- Manuelle Trackbacks, die ich gesetzt habe, um Traffic zu generieren. Ich habe zwar nur getrackbackt, wenn ich den Artikel tatsächlich aufgegriffen habe. Aber natürlich stören diese manuellen Trackbacks häufig die Diskussionen. Das mache ich jetzt nur noch, wenn der Ausschnitt, den ich in den Trackback schreibe, gleichzeitig auch ein wertvoller Beitrag zu der Diskussion ist.
- Barcamp Köln: Erst habe ich mich aufgedrängt und jetzt musste ich doch absagen - obwohl ich versprochen habe, das nicht zu tun. Ich hoffe, in München bin ich dabei
- Meine Blogperle war keine. Zugegeben. Ich wollte nur testen, wie Lieblnk funktioniert.

Lehren
- Die ganzen Tipps zur Traffic-Optimierung sind mir viel zu anstrengend. Zudem kommen über Yigg & Co gar nicht so viele Leute. Das kann man sich (werde ich mir in Zukunft) vermutlich sparen - vielleicht auch nicht.
- Dialog, auch zu schwierigen Themen, ist nicht nur möglichs, sondern auch sehr ergiebig. Insofern habe ich mienen Kunden geraten, sich in Blogs einzumischen und es auch schon selbst für den Kunden getan

Unklarheiten
- Mir ist immernoch nicht klar, wie sehr Leser Corporate Blogs auf die Goldwage legen. Mir wäre es auch recht, wenn ein PRler die Beiträge für den Chef vorbereitet - solange der Chef ihn freigibt und es sich somit zu eigen macht. Wichtig ist, dass im Blog nicht nur Blabla steht. Was meint Ihr?

Zukunft
Ich werde versuchen, aus dem Gemischtwarenladen hier immer stärker ein PR-Blog zu machen. Zumindest ist das im Moment mein Thema. Mal kucken.

Fakten:
Einträge: 174
Besucher: 6.617
Top-Suchbegriff: "Miami Twice"
Meistgelesener Post: "Miami Twice" (nach der Index-Seite, versteht sich)

Donnerstag, 9. August 2007

Die Welt: Vom Bock zum Gärtner

Laut heutiger Ausgabe der Zeitschrift W&V (leider nicht online verfügbar) startet dessen Zeitung "Die Welt" die Sonderwerbeform "Welt Dialog". Da können Kunden ein Advertorial* mit Web 2.0-Anbindung kaufen, Zitat:

"Kernstück ist das Internet-Forum. Dort wird via Voting-Tool, Kommentarfunktion und Blog Feedback eingesammelt, das dann in die folgenden Printauftritte einfließt."

Soweit die Theorie. Denn war es nicht der Axel Springer-Verlag, der erst kritische Kommentare löscht und dann auch noch Kritiker an der Löschung feuert? Will dieser Verlag nun seinen Kunden erklären, warum es sich lohnt, auf ehrlichen und offenen Dialog zu setzen?

Näher liegt wohl die Vermutung, dass dort eine große Lesertäuschung fabriziert wird: Falsche Blogkommentare werden als Anzeige veröffentlicht - der dämliche Leser wird's schon glauben. Auf diese Vermutung kam wohl auch der Redakteur der W&V. Aber Knut Döring, Anzeigenleiter Sonderthemen und Produktkonzepte bei Axel Springer, gibt eine erstaunliche Antwort. Ich zitiere:

"Kritische Wortmeldungen bleiben unangetastet, versichert Döring. 'Es gibt keine Zensur, da es sich um ein Anzeigenformat handelt.'"

Aha, dann sollte man bei der Welt wohl lieber die Anzeigen lesen - schließlich wird dort noch nicht zensiert.

*Ein Advertorial ist eine Anzeige, die gestaltet ist wie ein redaktioneller Artikel - gekennzeichnet durch das Wort Anzeige in einer Ecke.

Mittwoch, 8. August 2007

Meine Blogperlen

In der rechten Seitenleiste unter "Lesenswerte Artikel" gibt's ab jetzt Artikel, die ich gelesen und für gut befunden habe. Wenn ich schon selbst keine Blogperlen schreibe (wie andere meinen:-))), dann möchte ich doch die anderer Autoren vorstellen.
Übrigens: Man kann meine Lieblinks auch als RSS-Feed abonnieren oder auf einer speziellen Webseite anschauen.

Hinter den PR-Kulissen I: PRler sind Petzen

Sie sind nicht nur der Grund, wieso wir Medien konsumieren, sondern auch der Grund für den Hauch des Besonderen, der den Beruf des Journalisten umgibt: Die News. Woher bekommen diese Schreiberlinge so schnell all diese Informationen?

Diese Frage stellten sich auch etliche Blogger, als Olaf Kolbrück in der vergangenen Woche ein Viral-Video von StudiVZ vorstellte, das es an keiner anderen Stelle zu sehen gab. Sogar über bezahltes Seeding wurde spekuliert. Olaf Kolbrück hat daraufhin den Vorfall erklärt, auf den ich im ersten Teil dieser Serie noch genauer eingehen möchte. Denn für Olaf war der Vorfall sicher etwas ganz normales, Blogger hingegen sind mit den Gepflogenheiten zwischen Journalisten und PRlern nicht so vertraut.

Neue Produkte, Firmennamen, Personen etc sollen nach erscheinen schnellstmöglich in die Medien. Das will der Leser, der Journalist und auch das Unternehmen. Doch Medien haben einen gewissen Vorlauf - sprich: eine zeitliche Differenz zwischen Recherche und Veröffentlichung. Die entsteht durch den Vorgang des Textens, aber auch durch technische Gegebenheiten - z.B. den Druck. Die Tageszeitung muss die Info am Vortag möglichst bis Mittag haben - es sei denn, es ist eine brandheiße Geschichte. Und Zeitschriften wie Freundin oder Brigitte haben Vorläufe von bis zu einigen Monaten.

Deshalb ist es eine übliche Praxis, Journalisten Informationen vorab zugänglich zu machen. Produkte zeigt man den Redaktionen bevor sie auf dem Markt sind. Zitate von Pressekonferenzen erhalten sie ab und an bevor die Konferenz stattfindet aus dem Redemanuskript. Und TV-Spots oder Viral Clips stellt man ihnen auch zur Verfügung, bevor sie im TV/Web zu sehen sind.

So entsteht eine ganz harmlose Situation, die eigentlich für alle Seiten Vorteile bietet. Nicht-Profis können dabei schnell auf die Idee kommen, es würden krumme Dinger gedreht. Das gibt's natürlich auch, es ist aber m.E. nicht der Regelfall...

Montag, 6. August 2007

sueddeutsche.de schnibbelt an Westerwelle rum

Was macht man aus einem Interview, in dem eigentlich nichts interessantes gesagt wurde? Wegschmeißen? Nein, das ist doch viel zu schade. Wenn man hier und da was wegschneidet wird schließlich auch bei Texten aus "langweilig" "sexy".

Das denkt sich zumindest die Redaktion von sueddeutsche.de. Dort war am Samstag Interview mit dem FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle zu finden. Zitat:

"SZ: Sie sagen, wo es langgeht?

Westerwelle: Ich sage zum
indest, wo es meiner Meinung nach langgehen sollte. Dem folgt manchmal ein schwieriger Diskussionsprozess. Am Schluss kommt es darauf an, dass man in heiklen Situationen den Mut hat, als Vorsitzender aus der Deckung zu gehen - bei vollem Risiko."

Ich darf zusammenfassen: Nein, Westerwelle sagt nicht, wo es langgeht - sondern äußert nur seine Meinung und dann wird diskutiert. Ein ganz normaler Vorgang also. Aber wer will schon was Normales lesen. Dem Artikel fehlt die News. Doch mit einem "soll" statt "sollte" und einem weggelassenen "meiner Meinung nach" wird aus "Hund beißt Mann" zumindest ein bisschen "Mann beißt Hund":

Samstag, 4. August 2007

Gute Besserung? Danke!

Erstens bin ich gerade unterwegs und zweitens habe ich mir am Daumen eine seltsame Entzündung zugezogen. Deshalb ist hier erstmal Pause. Voraussichtlich bis Dienstag. Ohne Euch unter Druck setzen zu wollen: Über Genesungswünsche freue ich mich natürlich:-)

Donnerstag, 2. August 2007

Hinter den PR-Kulissen

Heute wurde bei "off the record" darüber diskutiert, ob Autor Olaf Kolbrück Seeding betreibt, weil er als erster einen viralen Clip von StudiVZ veröffentlicht hat. Auch als er erklärt hat, dass er den Clip vorab bekommen hat, weil das zwischen PRler und Marketing-Fachpresseredakteuren so üblich sei, meinten noch einige, er hätte die Quelle nennen müssen.

Ich habe zunächst nicht verstanden, wieso sich in den Kommentaren alle so aufregen. Aber beim zweiten Durchlesen der Diskussion wurde es mir klar: Ich komme aus dem Geschäft und weiß, wie PRler und Journalisten zusammenarbeiten. Und deshalb sehe ich vieles entspannter. Denn ich weiß ja, dass dieser Service keinerlei Einfluss auf die Tonalität der Berichterstattung hat.

Dieses Wissen möchte ich nun weitergeben. Ich werde in den kommenden Wochen einige Details aus der Zusammenarbeit von PRlern und Journalisten erklären - ohne Beschönigungen und auch für Laien verständlich. Wer also Lust hat, sich selbst ein Bild zu machen, der sollte mal öfter hier reinschauen.

Auf den ersten Blick sind mir folgende Themen eingefallen:
- Vorlaufzeiten
- Freigabeprozeduren von Interviews
- Schriftliche Interviews
- Wie Zitate zustandekommen
- Materndienste
- Hörfunkfeatures
- Redaktionsbesuche
- Nachfassanrufe
- Pressegeschenke
- Pressefotos
- TV-PR
- Medienkooperationen

Wer weitere Vorschläge hat, tue sich bitte keinen Zwang an.