Dienstag, 31. Juli 2007

Meinestadt.de mit zwielichtigen Methoden

Wikipedia sagt:
"Als Linkfarm wird eine Ansammlung von Webseiten oder ganzen Domänen im Web bezeichnet, die primär dem Zweck dient, möglichst viele Hyperlinks auf eine andere Webpräsenz zu legen. [...] Die Erstellung solcher Linkfarmen dient der so genannten Suchmaschinen-Optimierung bzw. der Manipulation von Suchmaschinen, d.h. die verlinkte Website soll für Suchanfragen auf einen der ersten Plätze der Trefferliste gebracht werden." [...] "

Wer mal sehen will, wie solche Linkfarmen aussehen, sollte mal bei der google Blogsuche nach "meinestadt" suchen:

Und da Wikipedia ja auch sagt:
"Die Richtlinien der meisten Suchmaschinen warnen vor der Erstellung von Linkfarmen. Verstöße können mit dem Ausschluss einzelner Seiten oder ganzer Domänen aus dem Suchindex geahndet werden."

bitte ich google hiermit freundlich, meinestadt.de ab sofort aus dem Index zu löschen. Habe mich eh schon immer gefragt, wer diesen Dienst braucht.

Lidl will Top-Blog kaufen

Oder, Robert, habe ich da was falsch verstanden beim Überfliegen folgender SZ-Überschrift: "Lidl: Übernahmeangebot an Basic"?

Montag, 30. Juli 2007

PR zu TV-Spots mit Promis

Spießer Alfons meckert bei "Off the record" über vermeintliche Haribo-Werbung im redaktionellen Teil der Bild. Die Bild berichtet über einen Dreh eines Haribo-TV-Spots mit Thomas Gottschalk - zu sehen ist natürlich ein Haribo-Produkt. Am Ende fragt der Spießer, ob man sich auch einen TV-Bericht über eine Print-Anzeige vorstellen könne.

Darauf meine klare Antwort: Ja! Wenn es, wie hier, eine News gibt. Gottschalk als Frau ist ein Hingucker - und Hingucker abzubilden ist ja das Ziel einer Zeitung, die sich "Bild" nennt. Schleichwerbung ist es erst dann, wenn Haribo dafür gezahlt hat. Das muss aber nicht der Fall gewesen sein.

Dass es auch TV-Berichte über Anzeigen-Making-Offs gibt (die Frage des Spießers), zeigt ein anderes Beispiel. So ist Yvonne Catterfeld neues Testimonial der CMA. Und Bilder vom Shooting zeigte "Leute heute". Promis sind eben immer ein Thema. Die Leute wollen wissen, was sie den ganzen Tag treiben - auch, wenn sie Werbung machen.

Wenn man also TV-Spots oder Anzeigen mit Promis produziert, sollte man unbedingt auch PR drumherum machen. Wer dazu noch die richtige Agentur sucht, melde sich einfach bei mir. So viel Eigenwerbung muss erlaubt sein:-)))

Sonntag, 29. Juli 2007

Morgen in der SZ:
User Generated Zeitschriftencover

Tolle PR-Idee: In den USA haben 5000 Leser ein Wired-Magazin mit dem eigenen Gesicht auf dem Cover bekommen. Alles weitere berichtet die SZ in ihrer morgigen Ausgabe.

Von der Tagesschau lernen

Regelmäßige Leser dieses Blogs werden es wissen: Meiner Meinung nach verzeihen aufgeklärte Konsumenten Marken und Unternehmen durchaus mal einen Fehler - wenn der Fehler freundlich eingestanden und unkompliziert behoben wird. So hatte mein Handy vor einigen Monaten einen Garantieschaden. Das fand ich nicht gut. Aber O2 hat mir angeboten, bei mir auf der Arbeit vorbeizukommen, das Handy gegen ein Neues auszutauschen - damit ich keine Sekunde darauf verzichten muss*. Das war ein toller Service. Und mein Verhältnis zu O2 war nach diesem Vorfall besser als davor**.

Der Gag muss sein. Watt'n Fall!
Ähnlich geht es mir jetzt mit der Tagesschau. Die wurde vor einigen Tagen berechtigterweise kritisiert, weil sie den "Vattenfall-Europe"-Chef zum Europa-Chef von Vattenfall gemacht hat; was nicht korrekt ist, da z.B. Polen bei Vattenfall nicht zu "Europe" gehört. Kein großes Ding. Aber dennoch sollte man von der Tagesschau erwarten, dass sie so einen Fehler nicht macht.
Das wichtigste bei Fehlern: Offenheit!
Jedenfalls hat Thomas Hinrichs nun im Tagesschau-Blog erklärt, mit welchem Mechanismus solche Fehler normalerweise bei der Tagesschau verhindert werden sollen - dass dieser aber in diesem Fall nicht gegriffen hat. Ein toller - und längst nicht selbstverständlicher - Umgang mit Kritik. ...und nun: Das Wetter!

*Dass man mir diese Lösung erst angeboten hat, als ich im Shop war und nicht schon an der Hotline, lassen wir hier mal außer acht.
**Dass ich meinen Vertrag gekündigt habe, hat andere Gründe.

Samstag, 28. Juli 2007

Bewerbungscleverle

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, hier mehr über PR und weniger über alles andere zu schreiben. Aber irgendwie sind Bewerbungen ja auch PR - in eigener Sache.

Der Shopblogger hat gerade eine Bewerbung für einen Aushilfsjob online gestellt. Und ich muss sagen: Soetwas habe ich noch nicht gesehen. Wohlgemerkt: Bei "Ihrem Unternehmen" handelt es sich um einen Supermarkt.

Hier der Text:

"Sehr geehrte Damen und Herren,
auf der Suche nach einer herausfordernden Nebentätigkeit in der Verkaufsbranche, bin ich bei www.meinestadt.de auf Ihre Adresse gestoßen. Dort wurde ich auf die Vielfalt der Einstiegsmöglichkeiten in Ihrem Unternehmen aufmerksam. Daraufhin begann ich mich näher mit Ihrem Unternehmen zu befassen und stellte fest, dass ich sehr gerne noch viel mehr erfahren möchte.

Hiermit bewerbe ich mich um eine Aushilfsstelle als Kassiererin. Ich war sehr beeindruckt, in welcher einzigartigen Form Ihre Firma sich im Laufe der Jahre etabliert hat. Diese positive Entwicklung zeigt die starke Einsatzbereitschaft und das große Engagement Ihres Unternehmens, welches absolut meinen Charakter widerspiegelt."

Rot markiert habe ich die Wörter, die sich vermutlich von Bewerbung zu Bewerbung ändern. Zur Ehrenrettung muss man sagen: Mit Ihren Absagen sind die Unternehmen ja auch nicht einfallsreicher. Dass man damit einen Job bekommt halte ich aber für fraglich.

Ich gewinne die Tour de France

Kurze Frage: Wie viele Teilnehmer sind eigentlich noch bei der Tour de France dabei? Wenn ich's mir recht überlege, hätte ich mich auch anmelden sollen. Die Tour hätte zwar ein paar Jährchen gedauert. Aber, wenn man der einzige ist, der nicht dem Doping überführt wird und ins Ziel kommt... ... dann ist man der Sieger, oder?

Praxisworkshop Auto-PR

Man soll ja nicht immer nur meckern, sondern auch zeigen, wie man es besser macht. Worüber ich spreche? Na, über die PR der Autobauer. Die werden nämlich aktuell mit Kritik konfrontiert, die genauso plump ist wie ihre eigene Kommunikation. Wie man der entgegnet? Wie wäre es hiermit.

Bei Vital Genuss bin ich auf einen Artikel aus der Schweizer Wochenzeitung gestoßen. In dem steht, dass das Auto ein extrem ineffizientes Verkehrsmittel ist. Mit Sätzen wie:

"In der Schweiz verkehren heute 3,9 Millionen Personenwagen. Diese fahren durchschnittlich 55 Minuten pro Tag. Während der übrigen 23 Stunden und 5 Minuten stehen die Automobile (deutsch: die Selbstbeweglichen) still auf einem Parkplatz oder in der Garage. Das ergibt einen zeitlichen Nutzungsgrad von knapp vier Prozent. Man stelle sich einen Produzenten vor, der seine Maschinen täglich nur 55 Minuten nutzen würde; er ginge in Kürze Pleite."
Was man da entgegnet?

Was man dem entgegnet? Zum Beispiel dies hier:

"Diese Nutzungsgradrechnung ist ja super: Dann werde ich dafür sorgen, dass sofort meine Dusche, mein Küchenzubehör, die Treppe zu meiner Wohnung und meine Zahnbürste verschwinden. Alle nutze ich weniger als eine Stunde pro Tag. Man stelle sich einen Produzenten vor, der seine Maschinen täglich weniger als eine Stunde nutzen würde; er ginge in Kürze Pleite. Recht haben Sie."

Freitag, 27. Juli 2007

Der Möchtegern-Marktführer

Marktführer ist jeder, sagt man. Das liegt daran, dass man den Markt nur genügend eingrenzen muss und schon ist man die Nummer 1. Ein gutes Beispiel für dieses Phänomen sind die Pressemitteilungen von "Radio NRW" und dem WDR, die DWDL kürzlich aufgriff.

Wenn also jeder irgendwo der erste ist, ist es umso peinlicher, wenn man bei der Abgrenzung schludert. Wie jetzt die Agentur Vok Dams. Die darf laut W&V jetzt nicht mehr sagen, sie sei "Marktführer für Events und Live-Marketing in Deutschland". Die Kunden können sich ihre Gedanken darüber machen, wie zuverlässig Zahlen aus dieser Agentur sind...

Deutsche Auto-Narren

Sagt mal, wer macht eigentlich die PR für die deutsche Automobilindustrie? Da läuft doch irgendwas schief.

Mir war die Kommunikationsarbeit der Deutschen Auto-PRler schon 2005 aufgefallen. Da tritt eine EU-Verordnung zum Feinstaub in Kraft und die einzigen, die die entsprechenden Filter "schon längst" installiert haben, waren die französischen Hersteller. Und die deutsche Automobilindustrie stammelte irgendwas von wartungsfreien Filtern, deren Entwicklung man abwickeln wollte.

Hybrid, Feinstaub und andere Pannen
Und Anfang diesen Jahres kam Toyota mit dem ersten Serien-Hybridauto - die Hybrid-Technologie wurde übrigens in Deutschland entwickelt. Jedenfalls empfiehlt Frau Künast diese Autos und die deutsche Automobilindustrie scheint wieder wie gelähmt.
"Dann gibt's Krieg"
Jetzt aktuell machen die deutschen Hersteller Werbung mit offensiven, aber - wie an anderer Stelle beschrieben - äußerst unglaubwürdigen Anzeigenmotiven. Und um auch diese Aktion in einem Desaster enden zu lassen, droht ein Deutscher Konzernchef laut sueddeutsche.de nun Herstellern, die sich für strengere CO2-Grenzwerte einsetzen mit "Krieg". Ganz egal, ob die sachlichen Argumente stimmen mögen. So kann man doch nicht reden, wenn man auf der anderen Seite in Anzeigen schreibt: "Wer ein Auto fährt, trägt große Verantwortung. Wer eines herstellt, erst recht."

Donnerstag, 26. Juli 2007

Ziehvater zieht Leine

Tim ist weg. Der haut einfach so ab - die Sau. Und mir fällt es schwer die richtigen Worte zu finden für denjenigen, der mir diesen ganzen Mist hier eingebrockt hat. Vielleicht hätte ich sowas ähnliches über ihn sagen sollen, wie Bono von U2 es ab und an tut, wenn er Drummer Larry Mullen Jr. vorstellt: "This is the man who gave us our first job" - womit er darauf verweist, dass Mullen damals den Zettel "Drummer sucht Musiker für Band" an einer Dubliner Schule aufhing und damit den Grundstein für den Welterfolg legte.
Bei Tim war's ähnlich (bis auf den ausbleibenden Welterfolg meinerseits). Er mir diesen ganzen Web 2.0 Krempel gezeigt, den ich erst verachtet habe und mittlerweile sehr zu schätzen weiß. Und deshalb habe ich mir zum Abschied überlegt, tue ich das, was ich von Dir gelernt habe. Ich suche bei Youtube nach "Tschüss Tim" und das erste Video wird mein Abschiedsgruß an Dich. "Servus, mach's guat" und "Hummel Hummel".

Mittwoch, 25. Juli 2007

Zukunft der Produkt-PR

Es ist ein vieldiskutiertes Thema in der PR-Branche und ein Lieblingsthema speziell von mir: Die Zukunft der Produkt-PR. Die Produkt-PR alten Zuschnitts hat ihren Zenit überschritten. Aus dem Klassiker "Medienkooperation" ist eine Sonderwerbeform geworden. Und um die Neuproduktvorstellungen in Medien herrscht eine immer stärkere Konkurrenz.

Schluss mit Produkt-PR? "Nur" noch Werbung?
Was also tun mit den Produkten? Soll die PR sich auf Corporate Communications konzentrieren und die Produkt-Kommunikation den Werbern überlassen? Meine Antwort: Nein. Stattdessen sollten wir uns auf unsere Stärken konzentrieren. Dazu ist es aber wichtig, zu wissen, was wir eigentlich können:

1. Wir erkennen Themen, die die Menschen interessieren. Nicht Megaperls oder L.Casei - sondern wirkliche Themen. Unsere Themen schaffen es in Zeitungen, für die die Leute Geld ausgeben. Solche
Unser USP: Themen und Dialoge
Themen zu finden ist etwas sehr wertvolles. Kampagnen mit wirklichen Themen sind näher an der Lebenswirklichkeit der Zielgruppe. Und Kampagnen mit Themen sind effizient: Sie werden von Medien aufgegriffen und die Zielgruppe sucht aktiv nach den Informationen, die wir bieten.

2. Wir sind in der Lage zu diskutieren. Wir sind nicht der Meinung, dass der lautere Recht hat. Wir überzeugen statt zu überreden. Wir können auch über ein Produkt sprechen, wenn es gerade unter Beschuss steht - weil wir zuhören und Argumente habe. Und weil wir
Es zählt die Herangehensweise, nicht das Medium
unser Gegenüber ernstnehmen. Gerade in Zeiten von Web 2.0 - fünfMark ins Phrasenschwein - wird diese Fähigkeit immer wichtiger.

Zugegeben, diese Darstellung ist schon sehr idealtypisch. Würden wirklich alle PRler wissen, was ein Thema ist, und die Kunst des Diskurses beherrschen, würde unser Berufsstand bei Journalisten wesentlich stärker geschätzt. Aber dennoch denke ich, dass wir in diese Richtung arbeiten müssen. Produkt-PR der Zukunft heißt für mich: Echte Themen und echter Dialog - egal, ob im Blog, als TV-Kampagne oder mit Events. Die Produkt-PR der Zukunft definiert sich durch die Herangehensweise - nicht durch ein Medium.

P.S.: Sollte sich jemand fragen, ob es für diesen Beitrag ein aktuelles Thema gibt: Nein, aber eigentlich zieht sich das Thema durch alle zumindest meiner Arbeitstage.

PR-Lesetipps 6

- Schon ein paar Tage alt, aber immernoch lesenswert. Thomas Mrazek von onlinejournalismus.de entlarvt die hochtrabenden Ansprüche von Hans-Jürgen Jakobs, seines Zeichens Chefredakteur von sueddeutsche.de.

- Ein eindrucksvolles Zeugnis der TV-journalistischen Leistungsfähigkeit der Münsterschen Zeitung gibt's bei Thomas Knüwer zu sehen.

Dienstag, 24. Juli 2007

PR-Lesetipps 5

- Wieso und wie man Wikipedia in der Krisenkommunikation nutzen sollte, beschreibt Thomas Zimmerling in seinem Public Affairs Blog.
- Bei stern.de gibt's nun als "Stern Shortlist" eine Ansamlung mehr oder weniger nützlicher Listen, ein bisschen wie das "Unnütze Wissen" in der Neon. Voll zweinullig: Man kann auch selbst Listen hochladen. Finde die Seite ganz lustig. Weiß aber noch nicht so richtig, wieso ich mehr als einmal dorthin surfen sollte.
- Torsten Frings wirbt öffentlichkeitsarbeitet jetzt für Wiesmann Roadster, berichtet W&V. Jetzt wirbt Frings nach Smint schon für das zweite Unternehmen, zu dem er irgendwie nicht passt.

Montag, 23. Juli 2007

Blogger Generated Werbeformate

Beim Werbeblogger gibt's heute ein neues Werbeformat, den "Adcast" - sprich: Werbung im Podcastformat. Diesmal eine Stellenanzeige der Agentur "Zum goldenen Hirschen". Ich muss sagen: Das Format gefällt mir im Prinzip gut. Schließlich lernt man per Telefon-/Podcastinterview den Werbenden ziemlich gut kennen - in diesem speziellen Fall die "Hirschen".

Gut, aber da ist noch "Luft nach oben".
Einige Verbesserungsvorschläge hätte ich aber dennoch:
1. Ich fänd' es toll, wenn der Adcast auch als Embedded Video zur Verfügung stünde. Ich z.B. könnte mir Vorstellen, hier Angebote zu veröffentlichen, die für meine Leser interessant sind.
2. Ich wüsste gern schneller, worum es in der Anzeige geht. Sprich: Man sollte schon vorab sehen, welche (in diesem Fall) Jobs angeboten werden. Beim ersten Hören habe ich nach 10 Sekunden abgeschaltet, weil es mir zu lange gedauert hat. Bitte zu Beginn schnell auf den Punkt kommen - oder den Inhalt auf dem Flaschplayer anteasern.
3. Ich konnte nicht zurückspulen oder von vorne anfangen. Bitte diese Funktion einbauen.
Ansonsten: Super. Gefällt mir besser als die meisten anderen Werbemittel.

PR-Lesetipps 4

- Im Public Affairs Blog geht's um den Paradigmenwechsel in der (Krisen-)Kommunikation. Ehrlichkeit und Authentizität, so Thomas Zimmerling, werden zur Grundvorraussetzung funktionierender Kommunikation. Denn nur mit diesen Eigenschaften kann die Kommunikation konsistent bleiben in einer Zeit, in der man die Debatte um das eigene Unternehmen nicht mehr bestimmt, sondern nur noch mitbestimmt. Mein Reden...
- Edelman-Deutschland-Chefin Cornelia Kunze im Interview beim PR-Blogger. Ich finde: Sehr interessant, was sie sagt. Es ist ein sehr interessantes Phänomen: Ich finde, man erkennt bei solchen Interviews sofort, ob sich jemand schon praktisch mit "Web 2.0" auseinandergesetzt hat oder ob er sein Wissen "nur" aus W&V & Co hat. Frau Kunze zählt in jedem Fall zur ersteren Gruppe.

Sonntag, 22. Juli 2007

Klimakampagnen: Plump ist gefährlich

Beim Lesen den Spiegels vor einigen Wochen traute ich meinen Augen kaum: Geschätze 75 Prozent der Anzeigen drehten sich um das Klimaengagement von Unternehmen. Und das bei bisher nicht als Umweltschützer bekannten Unternehmen wie Lufthansa, BP und VW. Logisch, möchte man meinen. Schließlich ist der Klimawandel aktuell in aller Munde. Daraus muss sich ja "was" machen lassen. Doch Vorsicht: Unternehmen, die mehr versprechen als sie halten können, machen unter Umständen mehr kaputt als sie gewinnen.

Wem gegenüber ist eine AG verantwortlich?
Der Umwelt oder den Aktionären?
Beispiel VW. Was passiert, wenn die Kunden ein Unternehmen tatsächlich an Sätzen wie "Wer ein Auto fährt, trägt große Verantwortung. Wer eines herstellt, erst recht." messen? Kann VW das halten? Ist eine AG nicht in erster Linie seinen Aktionären verpflichtet und nicht der Umwelt? Wird in Märkten, in denen das Klima kein Thema ist, von VW wirklich etwas freiwilliges für die Umwelt getan? Oder war mit der Verantwortung die Verantwortung gegenüber den Anlegern und nicht der Umwelt gemeint - und die grünen Landschaften, die in den Anzeigen zu sehen sind, sind nur Zufall?
Klimaschützer des Monats:
Nach hinten losgegangen
Ich finde das Ziel, erfolgreich zu wirtschaften durchaus legitim. Eine Aktiengesellschaft ist schließlich ein Unternehmen und keine Umweltschutzorganisation. VW hätte ja sagen können, dass man sich am Kundenwunsch orientiert: Wer Klimaschutz will, findet bei VW die passenden Autos. Aber gleich die Verantwortungskeule zu schwingen, halte ich für verantwortungslos - gegenüber den Anteilseigner. Man schaue sich doch nur man an, wie die Atomlobby kürzlich "baden gegangen" ist. Noch vor einigen wochen lobte die ihre Kraftwerke in Anzeigen großspurig als "Klimaschützer des Monats". Was passierte? Es kamen zahlreiche uralte Sicherheitsmängel ans Licht. Und die Lobby steht schlechter da als vorher. Soetwas ist kein Zufall. Wer Medien und Öffentlichkeit in solch plumper Weise Halbwahrheiten erzählt, muss sich nicht wundern, dass Leute anfangen zu recherchieren.
Zuhören statt Berieseln
Und das gilt auch für VW. Man täte besser daran, sich auf einen ernsthaften Dialog einzulassen. Den Menschen zuhören statt sie zu berieseln - so gewinnt man Vertrauen. Aber das hätte die Volkswagen AG eigentlich auch von ihrer Agentur gesagt bekommen müssen. Denn eines gilt sicher: "Wer Werbung treibt, hat eine große Verantwortung. Wer Werbetreibende berät erst recht."

Freitag, 20. Juli 2007

Anstand und Respekt: Gar nicht so Zimpel.

Ja, ich bin PRler. Und ja, ich mag meinen Beruf. Und ja, anders als einige Journalisten bin ich der Meinung, dass unser Job eine gute Sache ist. Wir helfen Journalisten, Themen zu finden, und unseren Kunden, positive Presseresonanz zu erzielen. Wichtig für einen guten PRler ist dabei, das zu beherzigen, was mir bereits meine Eltern beigebracht haben. Die sagten immer: "Wenn Du etwas angestellt hast, dann komm lieber gleich zu uns und sag es, anstatt es zu leugnen." Denn durch das Leugnen kommt zur eigentlichen Tat noch der Vertrauensverlust hinzu - und der ist nicht wieder gut zu machen. Mit anderen Worten: Die wichtigsten Werte für einen guten PRler sind Anstand und Respekt.

Wie wichtig diese sind, zeigt sich einem, wenn man selbst unanständig und respektlos behandelt wird. So habe ich zum Beispiel kürzlich einen Beitrag von Thomas Knüwer zum Zimpel-Verlag aufgegriffen - und die Konkurrenz (den MediAtlas) gelobt. In den Kommentaren dazu findet sich ein Eintrag einer gewissen "Conny" vom 18.7. um 14.03 Uhr:

"@christian: Also meine Erfahrung mit MediAtlas lässt leider zu wünschen übrig. Da ist der Zimpel immer noch das Maß der Dinge weil die Recherche einfach einfach und gut ist. Die Qualität auch. Wenn Du beide nicht kennst, wie kannst Du denn dann urteilen?"

Eigentlich wollte ich darauf antworten, doch dann sah ich in meinen Zugriffsstatistiken, dass der Eintrag augenscheinlich aus den GWV Fachverlagen - der "Mutter" des Zimpel Verlags - stammte. Denn ansonsten war zu dieser Zeit niemand hier online:
(in der Mitte der GWV Fachverlag, oben drüber bin ich)

Das habe ich dann auch so in die Kommentare geschrieben. "Conny" reagiert am 19.7. um 18.03 Uhr darauf so:

"@christian: So schnell wird man in eine Ecke gestellt :-( Vermutungen, ts ... Ich bin gerade in Berlin, denke das Interesse an deiner Seite seitens Zimpel kommt woanders her. Aber danke für die Infos. Ich habe mir ehrlich gesagt Mediatlas nur kurz angesehen und fand Zimpel dann besser. Ist sicher Geschmacksache, preislich eh kein Unterschied. Und wie Du schon sagtest, gute Verteiler sind Handarbeit. Freundliche Grüße!"

Schade nur, dass auch zu dieser Zeit (außer mir) wieder ausschließlich die "GWV-Fachverlage" online waren:
(in der Mitte der GWV Fachverlag, oben drüber bin ich)

Wer sich mit Webstatistiken (die Screenshots kommen von Blogcounter, aber Blogscout kam zum gleichen Ergebnis) auskennt und mir erklären kann, wie das anders zustandegekommen sein kann, soll sich gerne melden. Ansonsten möchte ich die GWV Fachverlage bitten, sich hier endlich anständig zu benehmen - und sich nicht hinter Pseudonymen zu verstecken. Und alle GWV-Kunden sollten sich dringend überlegen, ob man mit solchen Menschen Geschäfte machen will. Wie gesagt, Alternativen sind ja zumindest in Bezug auf den Zimpel vorhanden.

Mittwoch, 18. Juli 2007

Frontal21 skandalisiert Hörfunk-PR

Disclaimer: Ich arbeite in einer PR-Agentur, habe bisher noch keine Radio-PR betrieben, hätte aber kein Problem damit.

Frontal21 ist eine tolle Sendung. Da werden - unter dem Deckmantel journalistischer Tugend - Skandale aufgedeckt, die die Republik erschüttern *Ironietaste aus*. Bei genauem Hinschauen entpuppt sich das Ganze dann häufig als Luftnummer.

Gestern zum Beispiel ging es um Hörfunk-PR. Hörfunk-PR heißt, dass PR-Agenturen Sendern fertige Beiträge oder auch nur O-Töne liefern. Und genauso, wie Printjournalisten Inhalte aus Pressemitteilungen übernehmen können oder eben nicht, können Radiojournalisten dies mit den PR-Beiträgen tun. Sie nutzen den Service, wenn der Beitrag gut gemacht ist und der Wahrheit entspricht. Die Prüfung dessen ist ja Bestandteil journalistischer Sorgfalt - egal, ob eine Information von Knorr oder der Süddeutschen Zeitung stammt.

Frontal21 erweckt den Eindruck, die Übernahme von PR-Beiträgen sei illegal - was nicht der Wahrheit entspricht. Denn der Journalist ist und bleibt auch bei Sendern, die Hörfunk-PR ausstrahlen, die entscheidende Instanz. Er hat die Möglichkeit, einen Beitrag nicht zu senden. Er bekommt ja auch kein Geld für die Ausstrahlungen - sondern nur Material, das für seinen Zweck perfekt aufbereitet ist. Genau, wie der Printjournalist Bildmaterial in der für ihn optimalen Auflösung erhält.

Dabei kann man nicht kritisieren, dass die in Beiträgen zitierten Experten von Unternehmen kommen. Das ist schließlich durchaus üblich: Bei Finanzsendungen werden doch auch Experten von Investmentgesellschaften interviewt. Wenn es um hautschonendes Duschgel geht, spricht "Öko-Test" - ebenfalls ein Unternehmen, das die Ausgabe mit dem entsprechenden Test verkaufen will. Wieso sollte also nicht der Bionade-Hersteller ein guter Ansprechpartner für gesunde Durstlöscher sein?

Meine Meinung: Frontal21 hat ein weiteres mal total überzogen. Wie immer in diesem Format geht es ausschließlich darum, jemanden an den Pranger zu stellen. Und wie immer bei diesem Format hätte man auch gestern besser weggeschaltet - außer man sucht Themen zum drüber-bloggen.

Weitere Beiträge (mit anderen Ergebnissen) zum Thema beim Medienblogger und Indiskretion Ehrensache.

Dienstag, 17. Juli 2007

iPhone und T-Mobile: PR kann so einfach sein

Ganz früher, da musste man als Unternehmen nur eine Pressemitteilung zu einem interessanten Produkt verschicken, um Medienresonanz zu erzielen. Schließlich wurden da die Medien noch nicht mit Meldungen bombardiert. Dann kam die Zeit, in der immer mehr Aufwand betrieben wurde, um in die Medien zu kommen; Megastars wurden angeheuert, Millionenbudgets verpulvert. Nun wird wieder alles andes: Denn aktuell muss man nur noch das Wort "iPhone" auf seine Webseite setzen - und schon ist man in aller Munde. So wie jetzt T-Mobile.

via chip.de.

Montag, 16. Juli 2007

PR-Lesetipps 3

- Im Onezblog wird beschrieben, wieso Blogger scheiße sind. Sehr lesenswert.

- Auf sueddeutsche.de thematisiert man den "Erfolg" des iPod-Konkurrenten Zune.

- Wieso gerade "Report München" beim Thema Klimawandel reißerische Methoden kritisiert, war mir bereits beim Sehen des Beitrags schleierhaft. Lobbycontrol deckt auf, wie die Zuschauer in die Irre gefürt wurden.

- Die Tagesschau gibt's jetzt auch für's Handy - die Pressemitteilung beim Medienhandbuch.

- Die gefakte Organspende-Show in Holland löste einen Spenderboom aus, berichtet dwdl.

- Der Vattenfall-Kommunikationschef tritt zurecht zurück. Quelle: Horizont.net.

Schäuble-Eintrag muss warten

Eigentlich habe ich ja schon am Wochenende einen Beitrag zur Kritik an Wolfgang Schäuble versprochen. Leider kriege ich aber bei dieser Hitze keinen vernünftigen Gedanken zusammen. Deshalb müsst Ihr noch a bisserl warten...

Sonntag, 15. Juli 2007

Sommer, Sonne, Sonnenbrand

Deshalb war hier heute weniger los. Übrigens weiß ich jetzt, dass man sich auch unter'm Sonnenschirm einen Sonnenbrand holen kann...

Samstag, 14. Juli 2007

Freundin mit Netvibes

Ist ja interessant. Tim (wie ich kürzlich gelernt habe: Internet-Super-Spreader) nutzt jetzt Netvibes. Was ich nicht wusste: Die Freundin auch - also die Zeitschrift, nicht die von Tim. Man scheint es im Hause Burda ja nun doch ernst zu meinen mit dem Web 2.0. Integriert in freundin.de ist das Ganze allerdings noch nicht. (Korrektur: Es ist integriert, s. Kommentare, aber per Suche auf freundin.de findet man es nicht).
via Dorin Popa (seines Zeichens Blogger Ex-Blogger (s. Kommentare) bei der Freundin) im Kommentarbereich von turi2.

Nachtrag: Hab ich ja gesagt. Die Burdas meinen es ernst...

Freitag, 13. Juli 2007

ÜberDenKlee2: Lob für Peter Turi

Peter Turi erhält im Moment (ungewöhnlich?) viel Lob. Gestern hier und heute dort. Ob die beiden Posts miteinander zu tun haben, weiß ich nicht. Ich kann mich dieser Meinung aber absolut anschließen. Ein toller News-Überblick - auch, wenn das E-Mail Abo bei mir nicht funktioniert hat...

Lifestyle of Health and Blog

Wie vital-genuss.de meldet, gibt's nun auch einen LOHA-Blog. LOHAS, das steht für Lifestyle of health and sustainability - zu deutsch: gesunde und nachhaltige Lebensweise, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Diese pflegen laut - wem eigentlich, ich hab das zwar schon oft verwendet, aber noch nie hinterfragt - immer mehr Menschen. Indikatoren sind der Erfolg von Bioprodukten bei "normalen Verbrauchern", Functional Food und und und. Ich jedenfalls werde mal reinklicken - auch, wenn der Name etwas befremdlich ist. Schließlich steht LOHA nur für "Lifestyle of health and" (deutsch: gesunder Lebensstil) - das "S" und die Sustainability (deutsch: Nachhaltigkeit) fehlen. Aber man muss ja nicht alles hinterfragen...

Tolle Studie zu Paid Content

Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Wer sagte das noch gleich? Richtig: Ich, zumindest unter anderem. Das Ergebnis einer Studie, die ich heute im Online-Angebot des Horizont entdeckt habe, wirkt erstaunlich: 48 Prozent der Befragten hätten schonmal Paid Content genutzt. Das werten die Verfasser der Studie, die Firma Mediatransfer in Kooperation mit der Uni Hamburg, als Indiz dafür, dass Paid Content "durchaus noch Leben in sich" habe. Nicht erwähnt wird, wie sich die Befragten zusammensetzen. Auch in der Pressemitteilung des Instituts ist nur vom "Online Access Panel" des Unternehmens die Rede. Wenn man sich dessen Webseite genauer anschaut, findet man allerdings eine wahrscheinliche Erklärung für das deutliche Ergebnis. Jeder kann sich anmelden und mit der Teilnahme am Panel "verdient man sich" Prämien (Vergünstigungen bei amazon und Co). Es ist daher zu erwarten, dass sich besonders Internet-Kenner dort anmelden, denn nur die stoßen auf und nutzen derartige Angebote. Und vor diesem Hintergrund ist es eigentlich ein geringer Wert, wenn nicht mal die Hälfte schon Paid Content ausprobiert hat. Horizont sollte von dem Problem wissen, schließlich wird dort der frühere "Paid Content" nun wieder kostenlos zur Verfügung gestellt.

Donnerstag, 12. Juli 2007

Schäuble: Schluss mit Skandalisierung

Ich schaue gerade die Illner und jetzt muss ich mal loswerden, was ich schon die ganzen letzten Tage schreiben wollte: Ich finde, dass die Äußerungen von Wolfgang Schäuble total überinterpretiert werden. Mir drängt sich das Gefühl auf, dass sich die Leute lieber an Wortspielen wie Stasi 2.0 ergötzen, als sich mit Inhalten zu beschäftigen. Deshalb werde ich letzteres am Wochenende selbst übernehmen.

PR-Lesetipps 2

- CIO berichtet, dass im Bundestag ein brandneues Papier existiert zur Frage, was eigentlich ein Weblog ist. Und natürlich schreibt er auch, was drinsteht.

-Ich habe mich immer gefragt, wie man manuelle Trackbacks aufbaut - denn automatisch macht blogger.com das ja nicht. Bei René gibt's dazu eine Diskussion - besser gesagt dazu, ob man Deeplinks unter den eigenen Namen oder lieber in den Kommentar legt, aber das ist ja Teil meiner Frage. Mal schauen, was am Ende rauskommt.

-Anscheinend kann man bei google Video nun komplette Filme kucken. Jetzt brauche ich nur noch einen Computer, der schneller ist als 700 Mhz und die Videos ohne Ruckeln zeigt. via Basic Thinking.

Mittwoch, 11. Juli 2007

PR-Lesetipps I

Da meine Lesetipps in der Seitenleiste nicht so wahrgenommen wurden, habe ich sie rausgeschmissen. Stattdessen versuche ich es jetzt per Blog-Eintrag. Ab jetzt gibt's hier - wenn ich's für nötig halte - ein paar aktuelle Links zu PR-Relevantem.

Heute:
- Jeremiah Owyang erklärt, warum die traditionelle Corporate Website Unternehmenswebseite ausgedient hat. Für Owyang ist die Unternehmensinternetseite der Zukunft eine Plattform zum Gespräch über die Aktivitäten des Unternehmens - keine Anhäufung von Eigenlob. Jörg Weisner übersetzt das Ganze auf Deutsche.

- PR-Blogger Klaus Eck schreibt über den Bedeutungsverlust der E-Mails in seiner Kommunikation. Ich kann dem (nur) teilweise zustimmen. Die E-Mails verliert Funktionen - weil z.B. die Kettenmails mit Videos und Witzchen, die in Blogs & Co verschoben wurden. Aber in der digitalen Kommunikation zwischen zwei Personen gibt es für mich nichts besseres - bis jetzt.

- Thomas Zimmerling weist auf die Blog-Studie Euroblog hin. Könnte interessant sein, habe sie noch nicht gelesen. Wer gelesen hat, gerne melden!

- Im Sierralog werden einige auf den ersten Blick "doofe", aber eigentlich gängige, Fragen eines Studenten zu Blogs in der internen Kommunikation beantwortet.

- Das CIO-Weblog erklärt, dass und wie Zwangsblogging für Mitarbeiter funktioniert.

- Glückwunsch: Der Mixerhersteller Blendtec zermixert im Rahmen einer viralen Kampagne Geräte, die eigentlich nicht in den Mixer gehören. Das gequirlte iPhone schafft's sogar zu Spiegel Online. Hier ist das gute Stück:

Ü wie ünhaltsleer

(Hinweis: Ich arbeite in einer PR-Agentur und zwar vor allem für einen Konkurrenten des Unternehmens, über dessen Pressemitteilung ich im Folgenden spreche. Und natürlich steht meine Agentur auch in Konkurrenz zu der, aus der diese Pressemitteilung vermutlich stammt. Dennoch handelt es sich hier um eine rein private Beobachtung. Wer das nicht glaubt, kann gerne hier aufhören zu lesen.)

Gibt es eigentlich schon einen Preis für den inhaltsleersten Satz in einer Pressemitteilung? Wenn ja, dann hätte ich einen vorzuschlagen. Aus einer Pressemitteilung für das Produkt "Überkinger Ü". Da ist zu lesen:


Mal abgesehen davon, dass ein Wortschatz - wenn schon, denn schon - "um" und nicht "mit" etwas ergänzt wird, bleibt die Frage: Wie kann eine Geschmacksbezeichnung auf einen Wortschatz einzahlen? Und, wenn er das kann, WAS SOLL DAS HEISSEN???
Wie dem auch sei: Dieser Blog-Eintrag zahlt hoffentlich nicht auf die Inhaltsleere und Verfloskelung (komm' ich damit zum "Wortisten") des Satzschatzes von PR-Schaffenden ein.

Dienstag, 10. Juli 2007

10 Daumen hoch!

Mein Bruder sagt über mich immer, ich hätte 10 Daumen. Das ist zwar nicht nett, aber in Zeiten des SMS-Schreibens sind zehn Daumen nicht das schlechteste. Das am Rande.
Schritt 1: Aussparungen verlängernViel wichtiger ist, dass ich meinem Neffen Paul, 4 Jahre alt, eine Sirene geschenkt habe. Genau so eine, wie ich früher als Kind an meinem Fahrrad hatte. Die kann man ans Fahrrad montieren. Und dann kann man Durchsagen machen oder auch einfach das "Martinshorn" röhren lassen. Ein Spielzeug, das Kinder lieben und die Eltern hassen.

Jedenfalls hat sich der Deckel immer im Fahren losgeruckelt und so fragte mich mein Neffe, ob ich es nicht reparieren kann. Und was sagt da der tolle Onkel? Richtig: "Ja, klar." Der Kleine muss ja nicht schon mit vier Jahren bemerken, wie es um des Onkels Daumen steht.
Schritt 2: Löcher bohrenJetzt habe ich das Teil hier. Und siehe da: Ich habe auch eine Lösung.
Mein Vorgehen:
1. Die Aussparung, die den Deckel hält, habe ich verlängert - damit der Weg zum "losruckeln" länger ist.
2. Durch Deckel und Sirene habe ich Löcher gebohrt, in denenSchritt 3: Kabelbinder-Splint rein ich nachher einen Splint versenken kann (Tipp vom Bruder)
3. Als Splint nehme ich Kabelbinder. Das habe ich mir als beste Variante ausklamüsert. Muss man zwar bei jedem Bateriewechsel tauschen, aber ich habe beim Obi nichts besseres gefunden.

Das Ergebnis seht Ihr hier:

Tolle Idee, oder? Doch leider ist der Kabelbinder zu kurz. Und die Halterung für den Lenker ist auch noch kaputt. Also: Für's erste war's OK. Aber in den nächsten Tagen muss ich nochmal ran.

Montag, 9. Juli 2007

1000 Euro Belohnung für McDonald's Sticker

Bin gerade auf eine Idee gekommen. Ich war heute bei McDonald's und die aktuelle Promotion heißt Mediterranien. Jedenfalls konnte man da - wie bei McDonald's Monopoly - so Sticker von den Produktverpackungen abziehen und darunter verbergen sich Gewinne. Bei mir z.B. Urlaubsgeld in Höhe von 2.000 Euro - wenn ich zu dem Sticker, der auf meinem Getränk war, Nr. 703, auch noch Sticker Nr. 704 finde. Jetzt habe ich da einen Plan: Ich setze 1.000 Euro Belohnung auf Sticker Nr. 704 aus. Sollte jemand diesen Sticker haben und wir dann gemeinsam mit unseren Stickern 2.000 Euro abräumen, bin ich bereit zu teilen. Also: Melden!!!

Sonntag, 8. Juli 2007

Christlich soziale Unglaubwürdigkeit

In den letzten Wochen wird eine Überzeugung in mir immer stärker: In Zeiten von Web 2.0 bleibt uns PRlern nur noch eine Wahl - Authentizität und Ehrlichkeit. Denn leere Floskeln glaubt man uns nicht mehr. Genaugenommen hat man uns diese noch nie geglaubt - aber heute wird das Nicht-Glauben öffentlich gemacht.
Das Gegenteil von Authentizität und Ehrlichkeit zeigt einmal mehr CSU-Generalsekretär Söder in der ersten Ausgabe seines Videopodcasts "Weiß-Blaues-Sofa" (leider nicht verlinkbar, weil die CSU-Podcaster anscheinend nicht wissen, wie ein Podcast funktioniert). Was sich der Designer der Logowand im Hintergrund gedacht hat, lassen wir hier mal außer Acht. Viel schöner sind die "konkreten" Aussagen, die Herr Söder macht, zum Beispiel zum Thema Klimaschutz: "[...] Dabei kommt man übrigens mit den muffigen ideologischen Schablonen der Grünen nicht recht weiter. Man braucht mehr." Aha? Was denn, Herr Söder? "Zum Beispiel echte Maßnahmen, die tatsächlich helfen, CO2 zu reduzieren.[..]". Ach, so! Echte Maßnahmen brauchen wir also. Keine unechten? Das hätte mir mal jemand vorher sagen sollen. Na dann ist ja alles klar.

Ach, eine Frage bliebe da doch noch: Woher kommen eigentlich die ganzen auf Video aufgezeichneten Fragen? Haben da Menschen - ohne, dass sie von ihrem Videocast wussten - aus Eigeninitiative Videobotschaften eingeschickt? Sie haben wirklich eine tolle Partei!

via Thomas Wanhoff und Thomas Pleil.

Begründete Blogroll

Für alle Nicht-Immer-Blogger: Die Rubrik "Links zum Weitersurfen" nennt sich in der Bloggersprache "Blogroll". Warum, war auch bei Wikipedia nicht zu ergründen. Wer es weiß: Bitte melden! (Nachtrag: Peter Turi hat sich gemeldet, s. Kommentare, Antwort s. hier)

Jedenfalls wollte ich meine Blogroll schon immer mal mit Gründen versehen und das mache ich hiermit.

Basic Thinking
Eine Bloggerikone. Schreibt über alles, was ihm begegnet und ihm begegnet anscheinend viel. Der Blog hat fast jeden Tag eine zweistellige Zahl von Posts. Außerdem ist Robert - vom ersten Eindruck her - sehr nett. Er antwortet auf E-Mails und vor einigen Wochen hat er seinen Platz zum Bloggertreffen BarCamp aufgrund des großen Andrangs Neulingen in Aussicht gestellt. Gerne lesen!

Flußaufwärts
Tim ist die Bloggerikone bei uns in der Agenturgruppe. Als ich noch dachte, ich brauche diesen ganzen Mist 2.0 nicht, war Tim schon vorne dabei. Mittlerweile halte ich den Dialog mit Kunden, wie wir PRler ihn sonst mit Journalisten pflegen, für außerordentlich interessant. Laut Test bin ich zu 50 Prozent Blogabhängig - und das nur, weil ich gelogen habe - ich habe angekreuzt, dass ich nicht über das Ergebnis bloggen werde.

Franziskript
Diesen Blog habe ich irgendwie entdeckt. Jedenfalls fand ich es dort ziemlich interessant. Interessante Rubriken wie der Zeitschriftentest oder "Franzis Früchte" finde ich super, auch wenn sie bisher nicht die Bioschorlen getestet habe, für die ich arbeite:-)

Frosta Blog
Hier kann man viel darüber lernen, wie man als Unternehmen mit seinen Kunden umgehen kann.

Indiskretion Ehrensache
Als ich Blogs im Allgemeinen noch langweilig fand, habe ich bereits diesen Blog gelesen. Als PRler muss man schließlich wissen, was Journalisten denken. Im vergangenen Jahr habe ich Herrn Knüwer dann mal interviewt für eine unzweinullige Festschrift - zum Verhältnis von PR und Journalisten. Man kann sagen: Mein Lieblingsblog. Auch, wenn selbst Herr Knüwer die Frage "der/das Blog" thematisiert, die ich überhaupt nicht leiden kann.

Massenpublikum
Gefunden glaube ich, als er bei Indiskretion Ehrensache kommentiert hat. Gern gelesen - warum, weiß ich eigentlich nicht. Vermutung: Die Themen interessieren mich und die Schreibe ist gut.

Medienblogger
Auch bei Indiskretion Ehrensache gefunden. Oder über Massenpublikum. Oder umgekehrt. Ich finde, er könnte sich gut mit Massenpublikum zusammentun. Die Themen würden gut zusammenpassen, die Schreibe auch.

Moses Pelhams Tagebuch
3P finde ich seit jeher cool. Warum weiß ich nicht. Ich fand's aber eindrucksvoll, wie lang Moses Pelham schon bloggt.

MyShoppingBag
Der Blog von meiner Hamburger Ex-Kollegin Marita. Shoppingtipps, die ich mir meist nicht kaufen würde - weil sie für Frauen sind. Aber auch Marita war mit dem Bloggen eher dran als ich. Und das, wo ich doch Super-Bölli bin.

Off the record
Gelesen und für gut befunden. Die News beim Horizont finde ich meist eher langweilig - aber muss man als Werbeheini ja lesen. Off the record hingegen ist super geschrieben und macht Indiskretion Ehrensache als Lieblingsblog ziemlich Konkurrenz.

ProBloggerWorld
Hier finde ich alles, was ich auf dem Weg zum Alphablogger brauche:-). Jedenfalls ganz interessant. Und außerdem hatte Rene die tolle Idee zu diesem Blogprojekt, durch den etliche Leser auf meinen Blog gestoßen zu sein scheinen.

Rivva
Setzt sich gerade durch als Überblickstool über die Blogosphäre. Gut so!

Shopblogger
Macht man PR für Lebensmittel, erfährt man nirgendwo mehr über den Alltag im Supermarkt.

Stefan Niggemeier
Grimmepreisträger aber vor allem toller Rechercheur. Habe schon etliche Themen bei ihm gefunden. Danke dafür?

Turi2
Guter Überblick über die aktuellen Geschehnisse in der Blogger- und Medienwelt. (Nachtrag: Betrieben von Peter Turi, der auch zum Lexikon2 beiträgt, in dem man z.B. erfährt, was eine Blogroll ist)

Vital Genuss

Dort habe ich den Link zu einer Seite gefunden, auf der man sieht, wie 200 Kalorien aussehen. Das fand' ich super. Außerdem hat er die Schorlen getestet, für die ich arbeite und ein paar Pakete verlost.

To be continued. (für Mama: Wird fortgesetzt;-)))

Ein wahres Wort, gelassen ausgesprochen

"Christian hat Recht" sagt die Kaltmamsell im Kommentarbereich von "Indiskretion Ehrensache" mit Bezug auf einen Kommentar von mir und gibt ihm sogar eine ganze Zeile Raum.

Meine Damen und Herren,
an dieser Stelle überlege ich, ob ich meine Anwesenheit im Internet nun beenden sollte. Denn mit diesem Satz ist alles gesagt, was gesagt werden musste: Ich habe Recht.

Samstag, 7. Juli 2007

Live Earth: Ein guter Tag

Wo ich schon so viel gemeckert habe im Vorfeld, ist es nun Zeit Bilanz zu ziehen. Und die fällt positiver aus als zunächst gedacht. Denn soweit ich das mitgekriegt habe, haben sich die Sponsoren heute - anders als im Vorfeld - sehr zurückgehalten. Den Film "Eine unbequeme Wahrheit" von Al Gore und das Galileo Spezial, das heute abend läuft, finde ich gut. Eigentlich stehe ich nicht auf reißerische Dokus. Aber aufgrund der Ernsthaftigkeit des Themas, finde ich das OK. Schließlich sollen wir aufgerüttelt werden. Alles in allem ein guter Tag für die Menschheit - wenn man es pathetisch sagen will.

Verwandte Themen:
- Live Earth: Nur ein Werbegag
- Live Earth: Schlechtes Klima bei N24
- Live Earth: Hirn einschalten!
- Der "Klima-Schwindel" - Lehren und Fragen
- Klimaschwindel II.

Blogs: Keine Angst vor PR

Marcel Weiss Thomas Naedler vom Upload Magazin schreibt über die Kommerzialisierung von Blogs und mögliche Folgen. Und das klingt in Teilen schon ziemlich bitter. Deshalb sage ich: Entschuldigung. Denn ich bin einer der PR-Leute, die Blogs als PR-Konzept zum Kunden tragen und damit ein Teil der Bewegung, die die Weblogszene gerade verändert.

Ich kann verstehen, dass alteingesessenen Bloggern diese Entwicklung sehr weit geht. Dabei müsst Ihr keine Angst haben. Die schlechten PRgetränkten Blogs werden sich nicht durchsetzen. Wieso sollte ich mich dort als Unternehmen engagieren? Unglaubwürdig kommunizieren kann ich reichweitenstärker und (im Verhältnis zur Reichweite) günstiger in anderen Medien. Dafür brauche ich keine Blogs.

Wir möchten gezielt eine bestimmte Zielgruppe abholen, die klassischen Medien längst nicht mehr glaubt. Und die holt man nur dort ab, wo sie aus freien Stücken hingeht, weil dort kritisch hinterfragt wird. Die relevantesten Blogs für PR sind also die, die sich nicht hineinreden lassen. Mir bleibt als PRler nur, Themen anzubieten und Fragen ehrlich zu beantworten. Daran ist aber meiner Meinung nach nichts auzusetzen.

Dass wir manchen - auf keinen Fall allen - Kunden Corporate Blogs empfehlen, liegt daran, dass es eine Chance für den Kunden sein kann. Immer weniger Leute glauben klassischen Medien - schon gar nicht Unternehmensmedien. Der Weblog (ich bleibe bei "der") ist, wenn das Unternehmen seine Leser ernst nimmt, eine Riesenchance. Wenn man es nicht aufrichtig macht, kann man das Geld besser anderweitig investieren.

Ihr müsst, glaube ich, keine Angst haben, von der Entwicklung überrollt zu werden. Ein Corporate Blog bindet einiges an Arbeitszeit. PR für Blogs ist wenig Reichweitenstark und teuer. Diese Faktoren lassen Unternehmen noch wenig an Blogs glauben. Nutzen wir doch die uns dadurch bleibende Zeit, uns auf die Entwicklungen vorzubereiten.

Ich jedenfalls hoffe, dass ich auf der Warteliste zum Barcamp noch weiter nach vorne rutsche in den Teilnehmerbereich und dann in Köln mit Bloggern darüber sprechen kann, was sie von uns erwarten.

Keine Sorge. Es wird schon alles werden.

Kurz gefragt: Gibt's Genesis jetzt wieder?

Sehe gerade Live Earth. Meine Frage: Haben sich Genesis wieder zusammengetan? Oder war das eine einmalige Geschichte? Ich werde recherchieren...

Weitere Links zum Thema:
-
Live Earth: Hirn einschalten!
- Live Earth: Schlechtes Klima bei N24

Nachtrag: Anscheinend sind die jetzt wieder zusammen. Hier ein Video - obwohl ich Genesis ja eigentlich nicht leiden kann. A bisserl langweilig sans ja scho.

Quiz bei Arte

Kleine Aufheiterung für Herrn Niggemeier.

aus Switch Reloaded.

Live Earth: Hirn einschalten!

Nachtrag: Meine (übrigens positive) Live Earth Bilanz.

Für alle, deren Hirn beim Kommerz-Konzert "Live Earth" noch nicht aussetzt, hier ein Überblick über die kritischen Medien einige Links zu kritischen Anmerkungen von Journalisten und Bloggern. Dieses Hochgejubel ist ja nicht mehr auszuhalten.

Bei anderen:
- Schwidi-Blog: Live Earth - nur über IE zu sehen?
- Wanhoff.de: Live Earth: Wie Microsoft die Welt teilt und Pro-Sieben dabei hilft
- taz: Live Earth: We are the Klimaschützer
- Spiegel Online: "Live Earth"-Spektakel: Rette sich, wer kann
- Nachrichtenblog für Hamburg: “Kommerz statt Klimaschutz beim Live-Earth-Konzert”
- girl.twoday.net: Live Earth Shit

Bei mir:
- Live Earth: Nur ein Werbegag
- Live Earth: Schlechtes Klima bei N24

Mehr folgt. Dieser Beitrag wird fortlaufend ergänzt.

Unbenutztes Rechenzentrum lahmgelegt

Wie Heise berichtet, wurde heute Nacht das Rechenzentrum im Bundestag durch einen Kabelbrand lahmgelegt. Ich wette: Gestört hat's niemanden!

via Rivva.

Live Earth: Schlechtes Klima bei N24

Das sorgt bei mir nicht gerade für gutes Klima: Moderatorin "Milena Preradovic", die bei N24 den Kommerz-Karneval Live Earth moderiert, ist noch schlimmer als Janine Kunze beim "Concert for Diana".

Ein paar Auszüge bis jetzt:
- Nach einem Interview mit einem "Klima-Experten" (was immer das auch heißen mag): "Da habe ich einiges dazugelernt: Es gibt also einen menschengemachten Klimawandel." (frei zitiert) Ach so, wusste ich gar nicht.
- "Al Gore - der gewählte US-Präsident, der sein Amt dann nicht angetreten hat." Klingt, als wäre er vor dem Amtsantritt zurückgetreten, weil er es sich anders überlegt hat. (In Wirklichkeit hatte er insgesamt mehr Stimmen, aber durch die Regelungen des US-Wahlrechts hat trotzdem George W. Bush gewonnen).

Übrigens: Die Musikacts aus Australien sind unerträglich. Da scheint es einen Komponisten zu geben, der für alle Bands schreibt. Und gegen den ist Dieter Bohlen ein Bild an Abwechslungsreichtum.

Weitere Links zum Thema:
-
Live Earth: Hirn einschalten!
- Live Earth: Nur ein Werbegag

Freitag, 6. Juli 2007

Fischers Fritz


via Franziskript, Blog-Bistro und bov.

Donnerstag, 5. Juli 2007

Live Earth: Nur ein Werbegag

Vor gut einer Woche habe ich mich bei TRND.com - einer Mundpropaganda-Community - angemeldet. Und da ich nach der Anmeldung natürlich auch etwas ausprobieren - und bei Gefallen dafür Mundpropaganda machen - wollte, habe ich mich angemeldet für das Projekt "Live Earth"- ihr wisst schon: dieses weltweite Riesenkonzert von und mit Al Gore. Mittlerweile kommt man an dem Thema ja nicht mehr vorbei. Jedenfalls fand ich zunächst auch die Idee schön. Wird zwar nach Live8 und Heiligendamm langsam ganz schön viel mit den Konzerten für den guten Zweck, aber schaden kann so ein Konzert für den Klimaschutz ja nicht. Also habe ich, wie von TRND vorgeschlagen, Live Earth-Anstecknadeln verteilt. Aber je mehr ich mich damit beschäftige, desto fragwürdiger wird das ganze Konzert.

Hier meine Top 3 der Dinge, die ich an Live Earth nicht OK finde:

1. Das Festival heißt "Live Earth" - Live ist aber ein Produkt von Microsoft. Es würde doch auch jeder als Werbegag durchschauen, wenn ein Klima-Konzert "Coca Cola Earth" oder "Big Mac Earth" heißen würde. Bin ich der einzige, der das als plumpe Werbung empfindet?

2. Die Anstecknadeln, die ich im Auftrag von TRND verteilen sollte, sind mit der Domain "sos.msn.de" bedruckt. (Für alle Nicht-Computer-Experten: MSN ist ein Onlineportal von Microsoft). Ich meine: Ich würde doch auch keine Anstecker mit sos.jaegermeister.de verteilen und glauben, der Zweck sei wirklich ein "guter". Gleiches gilt übrigens auch für die Werbebanner mit Aufschriften wie "Ich tu was fürs Klima! Du auch?", das ich (s. oben) mit einem treffenderen Satz versehen habe.

3. Und Sponsoren der Konzerte sind - neben Microsoft - die DaimlerChrysler-Marke Smart und die General Motors-Marke Chevrolet (Nachtrag: als Sponsor des Livestreams bei MSN). Nur zur Info: Ein durchschnittliches Auto von DaimlerChrysler emitiert 252 Gramm CO2 pro Kilometer, GM sogar 267. Das GM-Modell Hummer emitiert bis zu 470 Gramm des Gases. Zum Vergleich: Renault und Fiat emitieren im Durchschnitt 152 bzw. 153 Gramm, selbst ein durchschnittlicher BMW nur 191.(Quelle: Spiegel/LaRevueDurable)

Für mich ist dieses ganze Konzert so durchsichtig wie unanständig: Microsoft möchte seine Marke emotionalisieren und die Autohersteller möchten sich mit PR-Aktionen vor Taten drücken. Ich jedenfalls lasse mich dazu nicht benutzen.

Weitere Links zum Thema:
-
Live Earth: Hirn einschalten!
- Live Earth: Schlechtes Klima bei N24

Mittwoch, 4. Juli 2007

Mein RTL? Neeeee!

Stefan Niggemeier hat sich heute rtl.de angeschaut. Sein Ergebnis:

Meistens kann man vor Werbung den Inhalt nicht sehen:Und wenn man ihn sieht, wünscht man sich die Werbung zurück (Zitat Niggemeier: "Merken die noch was?"):

Börsenindikator Paris Hilton

Thomas Knüwer zitiert Ken Fisher, anscheinend US-Börsenprofi, mit den Worten: So lange Paris Hilton es schafft, die Schlagzeilen zu bekommen, so lange gibt es nicht die "Killer-News", die Märkte nach unten ziehen könnte.

Sprich: All diese Berichte über Paris Hilton sind im Kern ein gutes Zeichen für die Entwicklung unseres Kapitals. Anders sieht das freilich mit dem Human-Kapital aus...

Dienstag, 3. Juli 2007

Tiere mit S: Sch**** hoch neun

Zur allgemeinen Aufheiterung mal wieder eine 9live Quizauflösung.

via medienblogger.

Zimpel: Lieber Mediatlas

Thomas Knüwer beschreibt heute, wie der Zimpel - das Standardwerk zur Verteilererstellung in der PR - seine Adressen generiert. Um es vorweg zu nehmen: Der Artikel erklärt, warum in diesem Werk kein einziger Ansprechpartner stimmt.

Der Zimpel taugt im Höchstfall dazu, die Medientitel herauszufinden und dann muss man eben selbst anrufen - was den Redakteuren nicht gerade den Tag verschönert. Denn man ist ja nicht der einzige, der zur Verteilerpflege anruft.

Eine bessere Alternative scheint mir der dpa-Mediatlas zu sein (Ich bin weder Kunde dort, noch sind die Kunde bei mir). Da kann bei Änderung einer Telefonnummer die Nummer für alle ändern. Die Redaktion prüft dann ein letztes Mal und dann ist auch gut. Das finde ich ziemlich zweinullig. Und der Journalist wird es uns danken.

Bevor mir jetzt wieder gesagt wird, Verteiler seien Chefsache und jeder sollte sie ohne Zimpel & Co selbst in Schuss halten, muss ich sagen: Man hat immer wieder Mal Projekte, Events und Neukunden, für die man von Null Verteiler aufbauen muss. Wer in solch einem Fall eine bessere Grundlage kennt als Zimpel, Mediatlas und Co, soll sich gerne melden!

Medienhandbuch ist ganz hinten

Unter dem Titel "Chatten ist ganz vorne" veröffentlicht heute das Medienhandbuch einen Beitrag zu einer Statistik des statistischen Bundesamtes zur Internet-Nutzung. Mit einem erstaunten "wie kann das denn sein?" begann ich den Text zu lesen. Soll nun etwa das Chatten die beliebteste Nutzung des Internets sein?

Nein, natürlich nicht. Denn, so der Text, nur 40 Prozent der Internet-User chatten oder besuchen Foren - wieso diese beiden Tätigkeiten (auch in der Studie) zusammengefasst wurden, erschließt sich mir allerdings nicht. Immerhin 85 Prozent hingegen nutzen - wie zu erwarten war - E-Mail. Merke: Nicht jede Pressemitteilung enthält wirklich eine News.

Montag, 2. Juli 2007

Entschuldigung, Herr Jörges

Wer im Glashaus sitzt... . Noch vor ein paar Tagen habe ich Don Alphonso zugestimmt, dass Journalisten schlecht recherchieren. Und was mache ich selbst? Ich übernehme ohne Prüfung Zitate von anderen.
So schwer es mir fällt: Don Alphonso hat recht. Herr Jörges, ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen.

Nachtrag: Einen Augenzeugenbericht zur betreffenden Veranstaltung lest Ihr hier. Wie gesagt, ich habe nicht bei Jörges nachgefragt, wie er die Geschichte sieht.

Sonntag, 1. Juli 2007

Lesetipps

Gerade ist das Iphone Topthema bei den Bloggern. Wer zwei vollkommen konträre Meinungen zum Thema lesen möchte: Hier und hier. Morgen dann wieder eigenes.