Donnerstag, 16. August 2007

Hinter den PR-Kulissen: Flaskamp und das Bundesministerium für Wirtschaft

Gestern las ich bei Herrn Knüwer von der Geschichte rund um Flaskamp und das Bundesministerium für Wirtschaft. Die Agentur hatte Anzeigenschaltung mit der Forderung nach redaktioneller Berichterstattung verbunden. Seitdem finden sich so einige Reaktionen:
- Knüwer sieht darin einen Machtmissbrauch seitens der PR gegenüber den kriselnden Medien
- Andere halten es für verwerflich und für die Folge von Erfolgsgarantien
- Der PR-Verband DPRG plustert sich auf und droht mit Rüge
- Und wieder andere stellen die Verantwortung der Medien gegen die der PRler.

Ich sehe die Sache wesentlich einfacher. Hier in Bayern sagt man "Wer zahlt, schafft an." (hochdeutsch übersetzt: "Wer zahlt, bestimmt"). PR-Agenturen sind Dienstleister an ihren Kunden. Und sie werden alles tun, was in dessen Sinne ist. Jetzt mag man sagen: Leserbetrug ist auch nicht im Sinne des werbetreibenden Unternehmens; das unterschreibe ich. Aber letztendlich gilt: Was der Kunde will, das bekommt er. Wenn die eine PR-Agentur es nicht macht, wird die andere es machen. Wer das leugnet, lebt in einer Traumwelt.

Für die Trennung von Werbung und redaktioneller Berichterstattung sind nicht Werbetreibende und PRler zuständig, sondern die Medien. Die allerdings verspielen im Moment jede Menge Vertrauen. Sie gaukeln ihren Leser vor, dass sie sich allein ihnen verpflichtet fühlen - versuchen aber gleichzeitig bei den Unternehmen Geld einzusammeln. Genauso, wie PR redaktionelle Berichterstattung an Anzeigen koppelt, machen das auch die Medien: Nur, wer Anzeigen schaltet, wird erwähnt.

Man wird dieses Problem nicht lösen, solange man den Lesern keinen reinen Wein einschenkt: Es gibt zwei unvereinbare Businessmodelle von Medien - die einen leben von ihren Lesern, die anderen von den Werbekunden. Und beide werden sich hüten, in die Hand zu beißen, die sie füttert.

Oh, das wäre doch ein toller Beitrag für meine Serie "Hinter den PR-Kulissen".

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