Mittwoch, 25. Juli 2007

Zukunft der Produkt-PR

Es ist ein vieldiskutiertes Thema in der PR-Branche und ein Lieblingsthema speziell von mir: Die Zukunft der Produkt-PR. Die Produkt-PR alten Zuschnitts hat ihren Zenit überschritten. Aus dem Klassiker "Medienkooperation" ist eine Sonderwerbeform geworden. Und um die Neuproduktvorstellungen in Medien herrscht eine immer stärkere Konkurrenz.

Schluss mit Produkt-PR? "Nur" noch Werbung?
Was also tun mit den Produkten? Soll die PR sich auf Corporate Communications konzentrieren und die Produkt-Kommunikation den Werbern überlassen? Meine Antwort: Nein. Stattdessen sollten wir uns auf unsere Stärken konzentrieren. Dazu ist es aber wichtig, zu wissen, was wir eigentlich können:

1. Wir erkennen Themen, die die Menschen interessieren. Nicht Megaperls oder L.Casei - sondern wirkliche Themen. Unsere Themen schaffen es in Zeitungen, für die die Leute Geld ausgeben. Solche
Unser USP: Themen und Dialoge
Themen zu finden ist etwas sehr wertvolles. Kampagnen mit wirklichen Themen sind näher an der Lebenswirklichkeit der Zielgruppe. Und Kampagnen mit Themen sind effizient: Sie werden von Medien aufgegriffen und die Zielgruppe sucht aktiv nach den Informationen, die wir bieten.

2. Wir sind in der Lage zu diskutieren. Wir sind nicht der Meinung, dass der lautere Recht hat. Wir überzeugen statt zu überreden. Wir können auch über ein Produkt sprechen, wenn es gerade unter Beschuss steht - weil wir zuhören und Argumente habe. Und weil wir
Es zählt die Herangehensweise, nicht das Medium
unser Gegenüber ernstnehmen. Gerade in Zeiten von Web 2.0 - fünfMark ins Phrasenschwein - wird diese Fähigkeit immer wichtiger.

Zugegeben, diese Darstellung ist schon sehr idealtypisch. Würden wirklich alle PRler wissen, was ein Thema ist, und die Kunst des Diskurses beherrschen, würde unser Berufsstand bei Journalisten wesentlich stärker geschätzt. Aber dennoch denke ich, dass wir in diese Richtung arbeiten müssen. Produkt-PR der Zukunft heißt für mich: Echte Themen und echter Dialog - egal, ob im Blog, als TV-Kampagne oder mit Events. Die Produkt-PR der Zukunft definiert sich durch die Herangehensweise - nicht durch ein Medium.

P.S.: Sollte sich jemand fragen, ob es für diesen Beitrag ein aktuelles Thema gibt: Nein, aber eigentlich zieht sich das Thema durch alle zumindest meiner Arbeitstage.

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