Christlich soziale Unglaubwürdigkeit
In den letzten Wochen wird eine Überzeugung in mir immer stärker: In Zeiten von Web 2.0 bleibt uns PRlern nur noch eine Wahl - Authentizität und Ehrlichkeit. Denn leere Floskeln glaubt man uns nicht mehr. Genaugenommen hat man uns diese noch nie geglaubt - aber heute wird das Nicht-Glauben öffentlich gemacht.
Das Gegenteil von Authentizität und Ehrlichkeit zeigt einmal mehr CSU-Generalsekretär Söder in der ersten Ausgabe seines Videopodcasts "Weiß-Blaues-Sofa" (leider nicht verlinkbar, weil die CSU-Podcaster anscheinend nicht wissen, wie ein Podcast funktioniert). Was sich der Designer der Logowand im Hintergrund gedacht hat, lassen wir hier mal außer Acht. Viel schöner sind die "konkreten" Aussagen, die Herr Söder macht, zum Beispiel zum Thema Klimaschutz: "[...] Dabei kommt man übrigens mit den muffigen ideologischen Schablonen der Grünen nicht recht weiter. Man braucht mehr." Aha? Was denn, Herr Söder? "Zum Beispiel echte Maßnahmen, die tatsächlich helfen, CO2 zu reduzieren.[..]". Ach, so! Echte Maßnahmen brauchen wir also. Keine unechten? Das hätte mir mal jemand vorher sagen sollen. Na dann ist ja alles klar.
Ach, eine Frage bliebe da doch noch: Woher kommen eigentlich die ganzen auf Video aufgezeichneten Fragen? Haben da Menschen - ohne, dass sie von ihrem Videocast wussten - aus Eigeninitiative Videobotschaften eingeschickt? Sie haben wirklich eine tolle Partei!
via Thomas Wanhoff und Thomas Pleil.
