Samstag, 7. Juli 2007

Blogs: Keine Angst vor PR

Marcel Weiss Thomas Naedler vom Upload Magazin schreibt über die Kommerzialisierung von Blogs und mögliche Folgen. Und das klingt in Teilen schon ziemlich bitter. Deshalb sage ich: Entschuldigung. Denn ich bin einer der PR-Leute, die Blogs als PR-Konzept zum Kunden tragen und damit ein Teil der Bewegung, die die Weblogszene gerade verändert.

Ich kann verstehen, dass alteingesessenen Bloggern diese Entwicklung sehr weit geht. Dabei müsst Ihr keine Angst haben. Die schlechten PRgetränkten Blogs werden sich nicht durchsetzen. Wieso sollte ich mich dort als Unternehmen engagieren? Unglaubwürdig kommunizieren kann ich reichweitenstärker und (im Verhältnis zur Reichweite) günstiger in anderen Medien. Dafür brauche ich keine Blogs.

Wir möchten gezielt eine bestimmte Zielgruppe abholen, die klassischen Medien längst nicht mehr glaubt. Und die holt man nur dort ab, wo sie aus freien Stücken hingeht, weil dort kritisch hinterfragt wird. Die relevantesten Blogs für PR sind also die, die sich nicht hineinreden lassen. Mir bleibt als PRler nur, Themen anzubieten und Fragen ehrlich zu beantworten. Daran ist aber meiner Meinung nach nichts auzusetzen.

Dass wir manchen - auf keinen Fall allen - Kunden Corporate Blogs empfehlen, liegt daran, dass es eine Chance für den Kunden sein kann. Immer weniger Leute glauben klassischen Medien - schon gar nicht Unternehmensmedien. Der Weblog (ich bleibe bei "der") ist, wenn das Unternehmen seine Leser ernst nimmt, eine Riesenchance. Wenn man es nicht aufrichtig macht, kann man das Geld besser anderweitig investieren.

Ihr müsst, glaube ich, keine Angst haben, von der Entwicklung überrollt zu werden. Ein Corporate Blog bindet einiges an Arbeitszeit. PR für Blogs ist wenig Reichweitenstark und teuer. Diese Faktoren lassen Unternehmen noch wenig an Blogs glauben. Nutzen wir doch die uns dadurch bleibende Zeit, uns auf die Entwicklungen vorzubereiten.

Ich jedenfalls hoffe, dass ich auf der Warteliste zum Barcamp noch weiter nach vorne rutsche in den Teilnehmerbereich und dann in Köln mit Bloggern darüber sprechen kann, was sie von uns erwarten.

Keine Sorge. Es wird schon alles werden.

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