Klimakampagnen: Plump ist gefährlich
Beim Lesen den Spiegels vor einigen Wochen traute ich meinen Augen kaum: Geschätze 75 Prozent der Anzeigen drehten sich um das Klimaengagement von Unternehmen. Und das bei bisher nicht als Umweltschützer bekannten Unternehmen wie Lufthansa, BP und VW. Logisch, möchte man meinen. Schließlich ist der Klimawandel aktuell in aller Munde. Daraus muss sich ja "was" machen lassen. Doch Vorsicht: Unternehmen, die mehr versprechen als sie halten können, machen unter Umständen mehr kaputt als sie gewinnen.
Beispiel VW. Was passiert, wenn die Kunden ein Unternehmen tatsächlich an Sätzen wie "Wer ein Auto fährt, trägt große Verantwortung. Wer eines herstellt, erst recht." messen? Kann VW das halten? Ist eine AG nicht in erster Linie seinen Aktionären verpflichtet und nicht der Umwelt? Wird in Märkten, in denen das Klima kein Thema ist, von VW wirklich etwas freiwilliges für die Umwelt getan? Oder war mit der Verantwortung die Verantwortung gegenüber den Anlegern und nicht der Umwelt gemeint - und die grünen Landschaften, die in den Anzeigen zu sehen sind, sind nur Zufall?Wem gegenüber ist eine AG verantwortlich?
Der Umwelt oder den Aktionären?
Klimaschützer des Monats:
Nach hinten losgegangen
Zuhören statt Berieseln
