Don Alphonso deckt auf
Blogger Don Alphonso hat in Leipzig einen Vortrag vor Journalistik-Studenten gehalten. Und im Rahmen dieses Vortrages bezeichnet er Journalisten als "zynische Dreckschweine", die nicht besseres zu tun hätten als sich auf Pressekonferenzen Häppchen reinzuziehen - so jedenfalls eine Quelle, die Alphonso als korrekt zitierend darstellt - ich habe sie nicht überprüft. Eine Studentin wiederum verkürzt es darauf, dass Alphonso ALLE Journalisten als zynische Dreckschweine bezeichnet habe. Daraufhin glänzt Alphonso im Kommentarbereich mit genau denjenigen Beschimpfungen, die mich sein eigenes Blog meiden lassen. Denn sobald man den Meister dort kritisiert, bekommt man Ärger von seinen Fans - nach dem Motto: "Ey, Du Idiot. Es heißt das Blog, nicht der. Und komm' mir jetzt bloß nicht mit dem Duden, Du Vollpfosten."
So hatte ich mir meine Meinung fast schon gebildet. Doch dann kam Stefan Niggemeier, der die ganze Geschichte zusammenfassen wollte. Und dann hat Alphonso gefragt, wo er denn die ganzen Infos zu der Geschichte her habe. Bei ihm habe jedenfalls niemand nachgefragt. Niggemeier verweist auf nicht-von-alphonso-kritisierte (und damit anscheinend als authorisiert vermutete) Zitate in anderen Blogs. (Die ganze Diskussion hier).
Wie abscheulich grenzwertig sein Vokabular und sein Gehabe auch sein mögen, so sehr hat Alphonso in der Diskussion mit Niggemeier recht: Journalisten recherchieren nicht genug. Es wurden schon Produkte unserer Kunden durch den Kakao gezogen und wenn man dann nachgefragt hat, wieso man nicht mal um Stellungnahme gebeten wurde, erhält man die Auskunft: "Weil Sie ja bei den bisher Berichtenden nie widersprochen haben". Entgegnet man dann: "Doch, das habe ich. Darüber schreibt nur niemand", erntet man verständnisvolle Einsicht. Aber richtiggestellt wird nichts - und der nächste schreibt wieder den gleichen Schmarrn.
