Seit ich mir die Adresse christian-boelling.de gesichert habe, hinterlasse ich bei Unternehmen stets Adressen, bei denen ich weiß, wem ich sie gegeben habe - z.B. beim Unternehmen Musterfirma die Adresse musterfirma@christian-boelling.de. Vorteil: Ich weiß, wer meine Adresse zu Werbezwecken weitergibt. Aktuelles Beispiel Newsaktuell. Das Unternehmen, das eine Tochter der angesehenen dpa ist, hat meine E-Mail-Adresse an einen Dienst namens PR Professionell weitergegeben. Prinzipiell finde ich dieses Angebot schon OK. Aber ich wär halt gerne gefragt worden. Schließlich habe ich bei Newsaktuell für den Versand von Pressemitteilungen bezahlt - da will ich nicht "hintenrum" per Verkauf meiner Adressdaten ein weiteres Mal bezahlen. Aber darum soll es hier gar nicht gehen.
Bei PR Professionell bin ich auf einen sehr interessanten Fachbeitrag gestoßen - von Wirtschaftswoche-Redakteur Sebastian Matthes. Er liefert 10 PR-Gebote für Unternehmensgründer - also Regeln, die Gründer im Umgang mit Journalisten beachten sollten. Zu einer möchte ich mich dabei äußern. Denn Gründer, die diese beachten, machen zwar dem Journalisten weniger Arbeit - setzen sich aber einem vermeidbaren Risiko aus.
Hier das Gebot:
"3. Nein, wir verschicken keine Artikel!
Mal im Ernst: Wollen Sie Texte lesen, die von den handelnden Personen redigiert werden? Aber genau das verlangen viele immer wieder. Vertrauen Sie auf das Urteil Ihres Gesprächspartners und wenn Sie ihm nicht vertrauen, dann sprechen Sie gar nicht erst mit ihm! Nun hat sich in den vergangenen Jahren die Unsitte verbreitet, Zitate autorisieren zu lassen. Ok, darauf kann man sich einlassen. Aber denken Sie daran, es ist auch immer ein Zeichen dafür, dass Sie Ihrem Gesprächspartner nicht zutrauen, seine Arbeit ordentlich zu machen."
Mal im Ernst, Herr Matthes: Ein Unternehmer möchte in erster Linie Artikel lesen, die sachlich korrekt sind. Schließlich kann die Unwahrheit extreme Folgen für das Unternehmen nach sich ziehen. Zudem sagt man, wenn man nicht medienerfahren ist, manchmal Dinge, die man nicht so meint. Wenn man darauf besteht, dass man Daten und Fakten sowie wörtliche Zitate nach einem Gespräch zur Korrektur erhält, dann ist das absolut legitim. Liebe Gründer, lassen Sie sich von Journalisten nicht davon abbringen. Und liebe Journalisten, sehen Sie darin bitte keinen Vertrauensbruch. Es geht ausschließlich darum, Tatsachen korrekt darzustellen - nicht zu schönen. Zumal die Anmerkungen des Unternehmers ja ohnehin nur "Vorschläge" sind. Letztendlich sitzen die Journalisten doch eh am längeren Hebel. Wenn dann vom Unternehmen mal die ein oder andere Zahl verändert wird, wird Ihnen schon kein Zacken aus der Krone brechen.