Samstag, 21. April 2007

Basics: Blogger sind bestechlich!

Krass hört sich das Ergebnis an, das Robert Basic in seinem Blog wiedergibt: 91 Prozent seiner Leser könnten sich, wenn sie bekannte Blogger wären, vorstellen, gegen Geld Beiträge in ihren Blogs zu veröffentlichen. Allerdings wird dabei davon ausgegangen, dass es sich um ein völlig integeres Unternehmen handelt - man hilft mit positiven Post sogar Arbeitsplätze zu retten. Man schreibt zwar etwas, was man sonst nicht geschrieben hätte - aber nur, weil man nicht von allein darauf gekommen sei.

Herr Lünenbürger-Reidenbach von Edelman PR glaubt, die Diskussion sei irrelevant, weil keiner der Abstimmenden je die Chance haben werde, mit seinem kleinen Weblog ein Angebot zu bekommen. Dem möchte ich mich nicht anschließen, denn Todschlagargumente mag ich nicht. Ich denke aber dennoch, dass das Ergebnis kein Alarmsignal ist. Was ein in Robert Basics Fall beschriebener Blogger macht, ist für mich wie ganz normale Arbeit: Auch da geht man ja jeden morgen für Geld irgendwo hin und tut etwas, was man ohne das Geld nicht getan hätte. Und trotzdem sind nicht alle Arbeiter bestechlich. Es kommt darauf an, ob man des Geldes wegen etwas tut, was man eigentlich nicht für integer hält. Wer das tut, der ist für mich bestechlich.

Übrigens: Laut Strafrecht (Quelle: Wikipedia) versteht man unter Bestechlichkeit folgendes: "Ein Amtsträger fordert Gegenleistungen, lässt sich diese versprechen oder nimmt solche an, um eine pflichtwidrige Diensthandlung sich vergüten zu lassen." Wenn man festhalten würde, dass beim Bloggen Unehrlichkeit in der Bewertung "pflichtwidrig" wäre, dann ist im geschilderten Fall keine Bestechlichkeit. Das einzig Verwerfliche ist, dass man sich dem Verdacht aussetzt, bestechlich zu sein. Und so läuft man Gefahr, in Kürze keine Leser mehr zu haben.

Ach so: Gefunden habe ich das Thema übrigens beim wirklich guten Horizont Weblog "off the record".

blog comments powered by Disqus